Interview mit Nino De Angelo

„Ich hätte diesen Schritt schon viel früher gehen sollen“

Nino De Angelo (Felix Rachor)

Nino De Angelo (Felix Rachor)

amusio: „Michael Holms ,Tränen lügen nicht‘. Meinst Du nicht auch, dass Menschen über 40 nach wie vor die Persiflage von Otto Waalkes assoziieren? ,Dänen lügen nicht‘…“

Nino De Angelo: „Na, da sage ich nur: ,Jenseits vom Tresen‘. Das war jedoch von Mike Krüger. Aber ich gebe zu, dass ich lange unentschlossen war, ob ich diesen Titel aufnehmen will. Es hat etwas gedauert, bis ich den Song so hinbekommen habe, dass ich selbst davon sagen kann: Hey, das überzeugt mich, das ist cool.“

amusio: „Das Ringen mit dem Material hört man Deiner Interpretation auch an…“

Nino De Angelo: „Ich war wirklich kurz davor, den Song zu streichen, aber ich habe es immer und immer wieder mit ihm versucht. Und dann, eines späten Abends, hat es doch noch funktioniert.“

amusio: „Mit ,Merci,Chérie‘ hast Du Dich einem der ergreifendsten und berühmtesten Lieder von Udo Jürgens angenommen. Dazu gehört Mut!“

Nino De Angelo: „Ich bin ein großer Fan von Udo Jürgens! Was für ein Entertainer und Musiker! Und was für eine Stimme! Nun, die Entscheidung, ,Merci, Chérie‘ neu aufzunehmen, fiel früh. Dieses Lied hat mich schon immer fasziniert, aber: Warum mich der Song so fasziniert, das habe ich erst gemerkt, als ich ihn zum ersten Mal vorm Mikro eingesungen habe. Wie sehr er mich berührt. Welche Kraft drinsteckt, bei all seiner Sparsamkeit, der Kürze, den Melodiebögen. Da habe ich aber auch sofort gemerkt: Hoppla, doch nicht so einfach (lacht).“

amusio: „Zu ,Merci, Chérie‘ hast Du doch sicher auch inhaltlich einen persönlichen Bezug?“

Nino De Angelo: „Wie kommst Du darauf?! Nun, ich muss bei diesem Lied an das Kennenlernen mit meiner jetzigen Frau vor zwölf Jahren denken. Sie war gerade mal 18. Und ich gerade von meiner vorherigen Frau geschieden. Es tat zwar entsetzlich weh, aber es ging damals einfach nicht. Also trennten wir uns.  Vor drei Jahren haben wir uns wiedergetroffen und gedacht: Jetzt könnte es funktionieren. Was es ja auch tut. Der Text geht mir nach wie vor durch und durch. Darum freue ich mich ganz besonders darauf, ihn bald live singen zu können.“

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