Interview mit Heino

„Den typischen Rammstein-Stil, den wollte ich haben“

Am Tag vor seinem 76. Geburtstag checkt Heino in Berlin-Tegel ein. Es geht zurück in seine rheinische Heimat, um sich dort von den zahlreichen Promo-Aktionen zu seinem Album „Schwarz blüht der Enzian“ (Starwatch/Sony Music) ein wenig zu erholen. Ein Album, das bereits im Vorfeld für reichlich Furore gesorgt hat, präsentiert es doch einen Heino in Höchstform, der konsequent und überzeugend zugleich seinem Bock auf Rock freien Lauf lässt. Kurz vor dem letzten Aufruf findet er noch schnell die Zeit, sich mit uns über sein neues Album, seine Kritiker und über die Fußball-Bundeliga zu unterhalten.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Jetzt erst recht: Heino (Starwatch)

Jetzt erst recht: Heino (Starwatch)

amusio: „Heute ist Dein mit Spannung erwartetes Album erschienen, das schon seit Wochen auf sämtlichen Kanälen angekündigt und diskutiert wird. Deine großen Erfolge haben aber schon immer das Potential für zeitgemäß rockige Versionen besessen. Wann ist Dir das bewusst geworden?“

Heino: „Das war bei einer Schlagerveranstaltung auf Schalke vor ungefähr zweieinhalb Jahren. Es waren etliche Kollegen dabei, doch ich war der Einzige, der seine Band mitgebracht hatte. Und es dauerte nur zehn Minuten, da skandierten 35.000 überwiegend junge Zuschauer sinngemäß: ,Ihr könnt alle nach Hause gehen, nur Heino muss bleiben‘. Da ist mir ein Licht aufgegangen. Warum, so dachte ich mir, singst du nicht mal ausdrücklich für ein junges Publikum, wenn es dich doch schon so begeistert feiert?!“

amusio: „Also ist Schalke an allem schuld…“

Heino: „Wenn man so will, ja. Auch darum hat meine Hommage an den Ruhrpott ihren Platz auf meinem neuen Album gefunden. Ich würde gerne wieder auf Schalke auftreten, auch mal anlässlich einer Meisterfeier. Aber als halber Kölner, meine Mutter stammt aus Köln-Kalk, und gebürtiger Düsseldorfer, hoffe ich natürlich auch, dass sich sowohl die Geißböcke als auch die Fortuna wieder fest in der Bundesliga etablieren.“

amusio: „Und eben nicht in der zweiten Liga…“

Heino: „Ich bin fest davon überzeugt, dass der 1.FC Köln die Klasse halten wird, bei Fortuna muss man mal abwarten.“

amusio: „Dein Wort im Ohr des Fußballgottes… Doch zurück zu Deinem Wandel vom Volksmusik-Star zum Rocksänger. Was geschah nach Deinem Schlüsselerlebnis auf Schalke?“

Heino: „Ich habe meinen Manager Jan Mewes gebeten, deutsche Pop- und Rocksongs auszuwählen, die zu mir passen könnten. Als er mir seine Vorschläge präsentierte, waren mir die meisten Bands und Interpreten völlig unbekannt. Aber ich habe schnell gespürt, welche Titel für mich funktionieren. Herausgekommen ist „Mit freundlichen Grüßen“, ein mit Platin ausgezeichnetes Album, mit dem ich mein Publikum auf einen Schlag um durchschnittlich dreißig, vierzig Jahre verjüngt habe.“

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