Interview mit Takaakira Goto (Mono)

„Wir vertrauen der Energie, mit der wir auf die Bühne gehen“

Das schon beim Soundcheck beeindruckende Traktieren des Cellos, mit dem die befreundete Helen Money alias Alison Chesley aus LA die Mono-Show im Kölner Gebäude 9 eröffnen wird, hält Takaakira Goto nicht davon ab, sich die Wartezeit auf den eigenen Gig sichtlich entspannt und bester Dinge mit einem Interview zu vertreiben. Dabei referiert er freimütig unter anderem über die Gründe, die zur parallelen Veröffentlichung von zwei Alben geführt haben, über die innere Notwendigkeit, die Zuhörer emotional zu manipulieren sowie über alte und neue Weggefährten.

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Emotionaler Manipulator: Takaakira Goto (Stephan Wolf)

Emotionaler Manipulator: Takaakira Goto (Stephan Wolf)

amusio: „Konbanwa Takaaira, Eure ausgedehnte Europa-Tour neigt sich ihrem Ende zu. Haben sich Deine Erwartungen erfüllt?“

Takaakira Goto: „Unbedingt. Vor allem auch, immer mehr Leute zu unseren Konzerten kommen. Das beeinflusst zwar nicht unser Selbstverständnis, bei jeder Show das Beste aus uns herauszuholen, aber wenn ich ganz ehrlich bin, bereitet es mir das Spielen mit jedem Zuhörer mehr entsprechend mehr Freude.“

amusio: „Du betonst häufig, dass es Dir mit Mono darum geht, Emotionen zu manipulieren. Doch wie weit kann das greifen? Übernimmt der Hörer nicht auch einen aktiven Part, sind die von Euch ausgelösten Emotionen letztlich nicht doch abhängig von der Stimmung des Einzelnen?“

Takaakira Goto: „Ich glaube schon, dass die Kunst, also Musik, Film, Literatur oder Malerei, die Macht besitzt, die Stimmung vorzugeben und somit auch die der Rezipienten zu beeinflussen. Wir bemühen uns schon, den emotionalen Rahmen vorzugeben, unsere Zuhörer auf eine Reise zu führen, deren Richtung wir vorgeben. Natürlich gestaltet ein jeder seine Reise individuell aus, doch ist es unser Ziel, die von uns mit der Musik zum Ausdruck gebrachten Gefühlswelten in gewisser Weise anzuleiten und durchgängig zu dirigieren.“

amusio: „So bleibt Eure Live-Performance unabhängig oder unbeeindruckt von den Publikumsreaktionen?“

Takaakira Goto: „Ja, wir wollen bei unseren Auftritten die ,Masters of Ceremony‘ sein. Wir vertrauen der Energie, mit der wir auf die Bühne gehen. Nach der langen Tour sind wir inzwischen ein wenig müde, das aber nur davor und danach. Während wir spielen, sind wir hoch konzentriert und versuchen, das Zepter fest in der Hand zu halten. Unsere Musik lebt von dieser Energie, von einer Kraft, der man im besten Falle nicht widerstehen kann.“

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