Ray Wilson – GENESIS Classic

Im Nikolaisaal wird er diesen Monat seine Gäste verzaubern. Im Interview lies Ray Wilson tief blicken. 4 Jahre ist es nun her, als er mit „Genesis-Classic“ begann. Die Bekanntheit dieser Variante wächst täglich und wird mit Begeisterung aufgenommen.

Unbestritten, dass die Mitglieder von Genesis in über 40 Jahren eine Menge Material kreiert haben. Als Solisten oder als Band. Auf die Frage, ob Wilson an eine Rückkehr glaubt, gibt er sich bescheiden.

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Phil Collins, dessen letztes Album 2010 erschien, geht es wohl derzeit nicht sonderlich gut.

Quelle: raywilson.net

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Mike Rutherford tourt fast zeitgleich mit Mike & The Mechanics, wie er selbst. Steve Hackett und Peter Gabriel sind ebenfalls fleißig unterwegs. Wilson kann sich nicht vorstellen, wie ein Genesis-Comback ohne Phil Collins machbar sein sollte.

Das neue Album von Ray Wilson ist kein Stiltskin-Format. Allerdings ist die stimmliche Ähnlichkeit einiger Songs, mit der Tonlage Gabriels, sehr prägnant. Wilson bestätigt lächelnd diese Vermutung. Er weiß um diesen frühen Genesis-Sound. Mike Rutherford und Tony Banks haben ihn wohl genau deshalb damals gefragt, ob er bereit wäre, bei Genesis einzusteigen

Bei „Carpet Crawlers“ sei dieses Phänomen sehr stark hörbar, auch wenn dies völlig unbewusst geschieht. Abgesehen von der großen Bandbreite des Albums, gehen drei davon in die Genesis-Richtung. Seine Art Songs zu schreiben, hat sich in den letzten Jahren wesentlich verändert. Geschrieben hat er seine Musik zusammen mit Peter Hoff, welcher sich bereits auf dem letzten Album teilweise mit einbrachte.

Die Idee zu Beginn war ein Singer-Songwriter-Album, ein wenig in Richtung Tom Petty gehend. Natürlich entwickelte sich das Ganze dann in anderem Maße weiter. Wilson zog die Band und einen Saxofonisten hinzu. Das war neu. Insgesamt ist er mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Quelle: raywilson.net

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Das Album heißt „Chasing Rainbows“ und ist auf eine Zeile im Titel „Follow the Lie“ bezogen. Die Begründung liegt in seiner Kindheit. Er glaubte, dass am Ende des Regenbogens ein Pott voller Gold stünde, siehe Grimms Märchen.

Wilson vergleicht es mit der Musikerkarriere, wobei es sich ähnlich verhält. Das Ziel wird nie erreicht, ständig muss man sich neu beweisen und entwickeln.

„Regenbogenjagen“ bedeutet seinen Träumen nachjagen. Der Titel „Folge der Lüge“ beschreibt sein Leben auf Tour, auf der Straße. Als vor 20 Jahren seine Profikarriere begann, hasste er diesen Umstand. Seine Einstellung dazu hat sich verändert. Jetzt kann er sich sein Leben ohne dies nicht mehr vorstellen. Seit 4 Jahren lebt Ray Wilson nun schon in Polen und ist dabei sehr glücklich.

Frei nach dem Sprichwort: Heimat ist da, wo dein Herz ist. In Schottland spricht man zwar seine Sprache, aber zu Hause fühlt er sich dort längst nicht mehr. Wilson mag das Gefühl in den osteuropäischen Ländern. Zudem hat er viele Freunde in Deutschland und kennt das Land sehr gut. Die menschliche Wärme, der familiäre Zusammenhalt sei es, welches besonders der Osten vermittelt. Viel Spaß – am 28. März in Potsdam.

 

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Über Melanie Dworaczek

Autorin und kreativer Geist aus der sächsischen Weinregion. Ziel: Erfrischend, unkonventionell, gelebte Atmosphäre in Kunst und Kultur zu spiegeln. Einsicht erlangen, sich den vielfältigsten Charakteren nähern. Mit Liebe zur Musik, auf Entdeckungsreise.