Zu einer kostbaren Stunde der Auseinandersetzung mit dem „griechischen Blues“, dem Rebetiko, laden Yannis Kyriakides und Andy Moor auf ihrem Album „A Life Is A Billion Heartbeats“ (Unsounds) ein. Während sie sich bei der Live-Aufnahme des schlicht „Rebetika“ betitelten Vorläufers noch recht nahe an den mystischen Originalen bewegten, gewähren sie nun ihrer individuellen Exploration des tradierten Ausgangsmaterials Freiräume, die das romantisierende Element der heutigen Rebetika-Rezeption gekonnt ausklammern.

"A Life Is A Billion Heartbeats" (Unsounds)
„A Life Is A Billion Heartbeats“ (Unsounds)

Dabei nehmen es Yannis Kyriakides und Andy Moor mit den Verweisen auf den von ihnen bearbeiteten Kanon sehr genau. Die von ihnen zitierten Fragmente werden exakt ausgewiesen, so finden sich neben Kompositionen der Großmeister Kostas Bezos und Markos Vamvakaris auch Variationen fürs Tanztheater („A Divine Threesome“, Gabriella Maiorino) auf diesem Album.

Einem Album, dem es gelingt, eine neue Sichtweise auf das griechische Kunstliedvolksgut zu etablieren, indem es einen respektvoll innovativen Umgang pflegt, der auf eine authentische Atmosphäre abzielt, ohne die folkloristische Authentizität zu unterminieren.

Die in den Amsterdamer STEIM Studios innerhalb von drei Jahren entstandenen Aufnahmen erschließen auf Basis von Aufgriff, Anleihe und Zitat eine elektrifizierte und von originären Samples gestützte Reminiszenz an eine Musik, aus der leidvolle Lebensfülle überlebensgroß hervorgeht.

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