Fürs Time Magazine zählt sie zu den 15 Musical Artists to Watch in 2015. Das US-Magazin Uncut erklärte ihr selbstbetiteltes Album soeben als Platte des Monats und widmete der Endzwanzigerin aus Virginia Beach gleich eine dreiseitige Titelstory. Den vorab ausgekoppelten Track Why Don’t You Believe In Me erklärte die Pitchfork-Redaktion kurzerhand zum „Best New Track“. Ob es auch hierzulande zu einem Rauschen im (Online-) Blätterwald kommen wird, wenn die aufsehenerregende Melange aus artifiziellen Pet Sounds und erdigem Motown Soul am Freitag (via Caroline/Universal) erscheint?

Natalie Prass, "s/t" (Caroline/Universal)
Natalie Prass, „s/t“ (Caroline/Universal)

Als „sparkle, indie, romantic, warm“ bezeichnet Natalie Prass ihre Musik auf Facebook, dem sei schon mal stattgegeben. Überaus selbstversichert zelebriert die versierte Sängerin auf ihrem vermeintlichen Debüt (ihr Album Small & Sweet von 2009 soll vermutlich unter den Tisch gekehrt werden) ein gemeinsam mit Matthew E. White (The Great White Jenkins, Mountain Goats) auf Hochglanz gezogenes Bukett pastellierter Vintage-Sounds, das profunde Kenntnisse der US-amerikanischen Populärmusik voraussetzt, um Missverständnisse aus dem Weg zu räumen.

Denn einzig Is It You verrät zum Ausklang auf eine (bewusst?) überzogene Art den Bezug auf Judy Garland & Co. Die acht vorangegangenen Titel offenbaren einen kaum überschaubaren Stilmix, der mal an die Supremes, mal an Nashville und dann wieder an Easy Listening in Eastmancolor erinnert, ohne auch nur die leiseste Ahnung einer Anmaßung aufkommen zu lassen.

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