Offen für Interpretation: Toni Kater (Bobby Good)
Offen für Interpretation: Toni Kater (Bobby Good)

amusio: „Das sind die Titel, in denen Du auch auf der Textebene eindeutig wirst, was mir aber auch eher als Ausnahme erscheint. Wenn man von den Inhalten abstrahiert, geleitet die Stimmung und die Atmosphäre des Albums den Hörer durchaus in einen somnambul anmutenden Tagtraum…“

Toni Kater: „Diesem von Dir beschriebenen Effekt kommt wohl zugute, dass ich mich immer bemühe, die Dinge nicht allzu direkt beim Namen zu nennen. Die Interpretationsmöglichkeiten sollten offen bleiben. Weiterhin denke ich, dass diese von der Tagesaktualität abgerückte Vielschichtigkeit mit dazu beiträgt, dass man das Album auch noch in vier fünf Jahren gut hören kann.“

amusio: „Das Konkrete, was von vielen eingefordert und immer gern genommen wird, zerstreut sich bei Dir in 1000 Strahlen, um einmal eine Deiner Zeilen zu zitieren. Eine hervorragende Methode, um Klischees zu vermeiden…“

Toni Kater: „Es wäre gelogen, das zu verneinen. Es fällt bei der deutschen Sprache schwer, nicht ins Klischeehafte abzugleiten. Und entsprechend leicht, sie zu bedienen. Ich bemühe mich, für Situationen, die mich betreffen, Bilder zu finden. Oft deutet der Titel das Gemeinte ja schon an. Das einzelne Lied kann aber bei den Hörern verschiedene Richtungen einschlagen. Ein Song der von Vergewaltigung handelt, kann unter Umständen auch so verstanden werden, dass er allgemeine Beziehungsprobleme beschreibt.“

amusio: „Wenn der Hörer seine eigenen Interpretationen ableitet, kannst Du damit leben?

Toni Kater: „Sicher, das finde ich total spannend. Dass meine Songs ein Eigenleben entwickeln, spricht doch für ihre Gültigkeit. Und so kann ich sie beruhigt loslassen.“

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