Vom Reinreden und Reinlaufen: Toni Kater (Ben Peter Krüger)
Vom Reinreden und Reinlaufen: Toni Kater (Ben Peter Krüger)

amusio: „Eigentum erscheint nun auf dem Label von Ex-Rosenstolz Peter Plate, Dein erstes Album Gegen Die Zeit 2004 auf It. Sounds von 2raumwohnung. Fühlst Du Dich dem von den Label-Eignern repräsentierten Musikgenre zugehörig oder grenzt Du Dich ab?“

Toni Kater: „Eine gewisse Differenzierung sehe ich schon. Wobei das erste Album Gegen Die Zeit von meinen Entdeckern und Förderern Tommi Eckart und Inga Humpe auch produziert wurde. So klingt es auch sehr nach ihrem Sound. Und das war damals in Ordnung. Dass ich nun auf dem Label von Peter Plate veröffentliche, ist mehr so ein Freundschaftsding. Wir kennen uns gut und ich habe als Sängerin mit ihm gearbeitet. Aber Toni Kater unterscheidet sich doch von dem, was beispielsweise er so macht.“

amusio: „Hauptsache, Du hast ein gutes Label gefunden, dass Dir viel Arbeit abnimmt. Hattest Du keine Lust mehr, wie etwa bei Deinem Album Sie Fiel Vom Himmel alles allein zu stemmen?“

Toni Kater: „Es war nie mein Wunsch, eine One-Woman-Show abzuziehen. Mein letztes Album habe ich selbst herausgebracht, weil es sonst vielleicht gar nicht erscheinen wäre. Es war damals für mich sehr schwierig, ein geeignetes Label zu finden. Nun, immerhin weiß ich jetzt, wie es geht. Und ja, man kann alles auf eigene Faust machen, vor allem solch kleinere Herzensprojekte wie mein Piano-Album Airborne. Aber als Toni Kater verlasse ich mich lieber auf die Unterstützung eines Labels.“

amusio: „Widerstrebt das nicht deinem Autonomieverständnis?“

Toni Kater: „Nein, nicht solange man mir nicht reinredet. Das ist das Entscheidende. Aber manchmal kann es auch hilfreich sein, wenn man mal reingeredet bekommt. Aber das darf nicht dazu führen, dass man sich von sich selbst entfernt. Musikalisch genieße ich völlige Autonomie. Aber das ganze Drumherum einer Veröffentlichung, das ist nicht mein Ding. Es ist halt verdammt viel Arbeit …“

amusio: „Bei den Aufnahmen zu Eigentum gab es Besuch von oben, was war da los?“

Toni Kater: „Im Nachhinein habe ich nun schöne Anekdoten zum Erzählen, aber der Dachstuhlausbau über meiner Wohnung, die mir auch als Studio dient, hat dazu geführt, dass dreimal im großen Stil meine Decke eingebrochen war. Nur mit Glück bin ich nicht verletzt worden, aber meine Psyche war doch sehr angegriffen. Allein schon der ständige Baulärm – den dieser Tage in Berlin wohl jeder Dritte erleidet – hat mich in die Flucht und in ein Studio getrieben, um endlich wieder in Ruhe arbeiten zu können.“

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