Kleine Inseln und wieder zurück: Toni Kater (Ferran Casanova)
Kleine Inseln und wieder zurück: Toni Kater (Ferran Casanova)

amusio: „Hat sich Dein Stress auf das Album ausgewirkt?“

Toni Kater: „Im positiven Sinne. Es hat sich einfach als hilfreich erwiesen, in ein Studio mit Super-Instrumentarium zu gehen. Dort konnte ich das Soundspektrum erweitern und viele Gelegenheiten zum Ausprobieren wahrnehmen, was sehr inspirierend war.“

amusio: „Und wer war alles mit von der Partie?“

Toni Kater: „Zunächst meine langjährige Weggefährtin Karen Bolage, die zurzeit jedoch in Neuseeland weilt, dazu Rudolf Moser von den Einstürzenden Neubauten. Für die Live-Umsetzung bilde ich gemeinsam mit Paul Kuchenbuch und Daniel Baumann die Band. Wir werden die Stücke von Eigentum live auch anders interpretieren.“

amusio: „Haben die Rehearsals viel Zeit in Anspruch genommen?“

Toni Kater: „Wir haben früh damit angefangen und lange Pausen eingelegt. Erst habe ich gedacht, alle meine Lieder draufpacken zu müssen, aber dann hat sich rasch alles positiv zugespitzt.“

amusio: „Auf Eigentum ist die Clavioline, ein Synthesizer-Vorläufer aus den späten 40er-Jahren, zu vernehmen. Wurde dieses rare Instrument nur als Störeffekt eingesetzt oder hat es auch einen kompositorisch melodieführenden Einfluss genommen?“

Toni Kater: „Bei einem Lied hat dies die Clavioline wohl, aber die Version ist gar nicht auf dem Album enthalten, was aber nicht an ihr liegt. Sie ist schon sehr penetrant und auch nicht jedermanns Geschmack; ich war die Einzige, die von diesem Instrument begeistert war. Viele lehnen es ab. Aber mehr als man von ihm auf Eigentum hört, muss auch nicht unbedingt sein.“

amusio: „Die Gentrifizierung ist eins Deiner zentralen Themen. Doch die auch kulturell-geistige  Aushöhlung von Städten verbindest Du nicht mit einer zwangsläufig resignativen Haltung…“

Toni Kater: „Es wäre schön, wenn es so rüberkommt, das ist ja auch mein Anliegen gewesen. Das Thema ist in den Medien schon fast wieder durch, das Phänomen in Metropolen wie Paris oder London sowieso schon längst. In Berlin ist der Prozess aber noch im vollen Gange, also noch immer aktuell. Ich denke, die Abwärtsspirale dreht sich noch weiter. Berlin hat sehr viel an Popularität und sehr viele Freiräume eingebüßt. Es ist vorbei und doch nicht vorbei. Aber es bleibt bedauerlich, dass so viele Dinge verschwinden mussten.“

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