Am 6. Februar erscheint über Fluttery Records das Debütalbum von Seeming Emptiness, Conversion. Hinter der dort präsenten, außergewöhnlich stimmigen Verschmelzung von Doom-Metal und Postrock-Elementen steckt Kevin Möckel, ein ungemein talentierter Komponist und Arrangeur, bei dem es schwerfällt, seinem musikalisch doch überschaubaren Werdegang Glauben zu schenken, spricht doch aus Conversion deutlich mehr als man gemeinhin von dem Debüt eines Einzelkämpfers erwarten würde. Im Interview stellt Kevin Möckel jene Wegmarken vor, die ihn zu seinem überaus bemerkenswerten Debüt geführt haben.

Kevin Möckel ist Seeming Emptiness (Fluttery Records)
Kevin Möckel ist Seeming Emptiness (Fluttery Records)

amusio: „Hi Kevin, verrate uns doch zunächst einmal ein paar Deiner Stammdaten: Wo bist Du aufgewachsen, was hat Dich zur Musik gebracht? Verfügst Du über eine musikalische Ausbildung? Und – inwiefern hat Deine Sozialisation Deine musikalischen Vorlieben geprägt?“

Kevin Möckel: „Aufgewachsen bin ich in Schönheide im Westerzgebirge. Dort hat mich Musik von klein auf begeistert und gefesselt. Ich besaß zwar eine Reihe von einfach zu spielenden Instrumenten, doch eine musikalische Ausbildung habe ich nie genossen, habe mir alles selbst beigebracht. Musikalisch geprägt wurde ich ganz klar von meiner Mutter, die mich pünktlich zur Wende mit allem beschallt hat, was das damalige Metal-Herz begehrte. Mit sechs Jahren haben mir Metallica und Nirvana extrem gut gefallen. Später habe ich zusammen mit meinem besten Kumpel angefangen, tiefer im Metal-Sumpf zu graben, um dort etliche Juwelen ans Tageslicht zu befördern. So haben sich dann nach und nach meine musikalischen Vorlieben wie Doom oder Postrock herauskristallisiert.“

amusio: „So Du auch Conversion im Alleingang erstellt hast, vermute ich bei Dir einschlägige Banderfahrung. Ist dem so? Haben diese Erfahrungen mit dazu geführt, dass Du Dich dazu entschieden hast, Seeming Emptiness in völliger Eigenregie anzugehen?“

Kevin Möckel: „Schon vor meiner ersten Band habe ich damit begonnen, Musik zu schreiben. So mit etwa 14 besaß ich meine erste Musiksoftware, und zwar auf der, jetzt kommt´s: Playstation 1! Diese war den Vorbildern der großen Sequencer nachempfunden und hat eigentlich auch super funktioniert. Dadurch hab ich quasi das Drum-Programming erlernt. Erst mit 18 kam ich dann zur Gitarre und habe, nachdem ich halbwegs spielen konnte, angefangen, mich mit dem Schreiben richtiger Songs zu beschäftigen. Als ich das erste Mal in einer Band spielte, muss ich wohl schon so 21 gewesen sein. Es war eine schöne, lehrreiche Zeit, in der mir aber klar geworden ist, dass ich die Musik, die ich wirklich mag und will, dort nicht hundertprozentig ausleben konnte. Bei Seeming Emptiness konnte ich alle meine Lieblingsstyles in einem Projekt vereinen und mich ungestört so lange an den kleinsten Details aufhalten, bis ich endlich zufrieden war.“

amusio: „Wäre Conversion im Bandkontext also nicht realisierbar gewesen? Oder wäre es einfach nur anders ausgefallen?“

Kevin Möckel: „Conversion wäre sicher auch im Bandkontext realisierbar gewesen, allerdings schätze ich, dass es anders, wenn auch nicht unbedingt für mich weniger befriedigend ausgefallen wäre. Im Nachhinein betrachtet, hätte ein echter Drummer dem Ganzen sicher noch ein wenig mehr Dynamik eingehaucht.“

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