Seeming Emptiness ist Kevin Möckel (Fluttery Records)
Seeming Emptiness ist Kevin Möckel (Fluttery Records)

amusio:  „Dieser Tage wird dem Postrock seitens der Musikkritik gerne Stagnation zum Vorwurf gemacht. Zuletzt hat dem Daniel Schyns von Ilydaen in einem Interview noch vehement widersprochen. Was entgegnest Du Kritikern, die den Postrock als überholt oder spannungsarm zu deklarieren (oder schlicht abzuqualifizieren) versuchen?“

Kevin Möckel: „Bei der Flut an neuen Bands, die in diesem Sektor sprießen, ist der Spannungsbogen nicht mehr ganz so weit gespannt wie noch vor einigen Jahren. Vieles ist schon ziemlich oft dagewesen und häufig ähneln sich Bands dadurch auch sehr. Als überholt oder direkt spannungsarm würde ich Postrock aber trotzdem nicht bezeichnen, denn Bands wie Jakob, Russian Circles oder Tides From Nebula bringen immer Top-Qualität und zeigen nach wie vor, wie facettenreich das Genre sein kann.“

amusio: „Auch innerhalb der Postrock-Szene pflegen die Bands einen recht regen Austausch. Beteiligst Du Dich daran? Oder bist Du eher ein Eigenbrötler?“

Kevin Möckel: „Ich habe mittlerweile einige sehr coole Leute aus dem Sektor kennengelernt und tausche mich auch mit ihnen aus. Vielleicht kommt es ja irgendwann einmal zu einer Kooperation. Ich würde es jedenfalls nicht ausschließen.“

amusio: „So Deine Songs Geschichten erzählen – ergeben sie als Album ein geschlossenes Ganzes? Erachtest Du Conversion als Konzeptalbum? Gibt es Bezugspunkte literarischer oder allgemein künstlerischer Natur?“

Kevin Möckel: „Ja, Conversion ist schon eine Art Konzeptalbum für mich. Ein Album, das musikalisch den Weg aus einem Tief beschreibt. Das war zumindest mein Hintergedanke. Ich stelle es aber jedem Hörer frei, seine eigene Geschichte drüber zu spinnen.“

amusio: „Lassen sich die von Dir in Musik und Sounddramaturgie gekleideten Geschichten auch mit Worten wiedergeben? Anders gefragt: Was verbirgt sich hinter der ,scheinbaren Leere‘ und (deren) ,Wandlung‘? Bezieht sich Conversion auf einen chemischen Prozess oder gar auf die Transubstantiation in der katholischen Kirche?“

Kevin Möckel: „Für mich persönlich weist Conversion keinerlei Bezug zur Chemie oder zur Religion auf. Ich verstehe den Begriff als den eigenen Sinneswandel nach einer recht deprimierenden Zeit. Das Album soll einen quasi vom Dunkel ins Licht führen, um das mal ganz pathetisch auszudrücken. Ich schätze auch, dass sich fast jeder mit einer solch negativen Phase seines Lebens identifizieren kann. Der Sinn von Conversion ist also nicht ganz so tiefgründig, wie man vielleicht vermuten mag.“

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