Tok Tok Tok: Musikalisches Handwerk trifft auf Soul und Seele

Vechta. Sie waren das erste Mal in Vechta und definitiv auch das letzte Mal. Aber nicht, weil es Tok Tok Tok hier nicht gefallen hätte oder weil sie nicht beim Publikum angekommen wären. Nein, nein, ganz im Gegenteil. Das Publikum im Gulfhaus war am Samstagabend restlos begeistert von der Acoustic Soul-Band, die auf Einladung des Vereins Kultur Rot-Weiß die hochkarätig besetzte Reihe „Jazz im Gulfhaus“ noch hochkarätiger gemacht hat.

Der Grund ist ein anderer: Tok Tok Tok wird zumindest in dieser Kombination nicht mehr auftreten, weil sich die Band um Morten Klein und Tokunbo Akinro nach 15 Jahren auflöst. Man wolle wohl andere musikalische Projekte weiterverfolgen.

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Die fantastische Tokinbo Akinro bei einem der letzten Konzerte der Acoustic Soul-Combo "Tok Tok Tok". Foto: Tajdel

Die fantastische Tokinbo Akinro bei einem der letzten Konzerte der Acoustic Soul-Combo „Tok Tok Tok“. Foto: Tajdel

Beim Auftritt in Vechta ist am Sonnabend aber trotzdem kein bisschen Wehmut zu spüren, stattdessen verbreiten die Musiker beim vorletzten Konzert ihrer Good Bye-Tour viel Leichtigkeit und Vergnügen. Schon als Tokunbo Akinro mit wiegend-geschmeidigem Schritt die Bühne betritt und mit ihrer soulig-sanften Stimme das erste Lied anstimmt, geht ein Raunen durch das Publikum. Denn diese Stimme ist einfach fantastisch und es macht Spaß, ihr zu lauschen.

Astrein ist auch das, was Morton Klein abliefert. Das Saxophon ist sein Instrument. Das merkt man sofort, da ist er ganz bei sich. Aber er versteht sich auch aufs Schlagzeug, die Akustik-Gitarre und als Human Beat-Box. Nicht nur witzig und retro, sondern auch richtig gut, ist Jens Gebler am Fender Rhodes E-Piano.

Und so lassen Tok Tok Tok das Publikum an einem vielfältigen, gut gelaunten, charmanten Best-of der vergangenen 15 Jahre teilhaben, das von entspannten, feinen Eigenkompositionen über berühmte Cover-Versionen („Take a walk on the wild side“ oder „50 ways to leave your lover“) bis zu stimmigen deutschen Hits („Ich will nicht leben ohne meine Schokolade“) – ebenfalls aus der eigenen Feder – reichen. Rhythmisch pendelt das Repertoire von Tok Tok Tok dabei vom selbstgebastelten Human Beat über die Bass-Ukulele (Christian Decker) bis zum Schlagzeug, das den Songs ordentlich Drive mitgibt.

Da trifft handwerkliches Können auf Soul und Seele. Dem Publikum hat das so gut gefallen, dass sie Tok Tok Tok erst nach knapp drei Stunden und zahlreichen Zugaben von der Bühne lassen. Schade, dass diese Combo in dieser Formation nicht wieder auftritt. Ein kleiner Trost für alle Fans: Gemeinsam mit dem ebenfalls hochkarätigen NDR Pops Orchester hat Tok Tok Tok noch die gemeinsame CD „Gershwin with Strings“ aufgenommen.

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Über Marie-Chantal Tajdel

Über Marie-Chantal Tajdel: Freie Journalistin/Autorin. Tätig für verschiedene Tages- und Wochenzeitungen in Norddeutschland. Vorlieben: Querbeet von Klassik und Barock über Oper und Chormusik bis zu Alternative, Punk Rock und Metall - nur handgemacht muss die Musik sein. Außerdem eine Liebe zu Kunst, Literatur, Theater - und fürs Segeln.