Jib Kidder: "Teaspoon To the Ocean" (Weird World/Domino Records)
Jib Kidder: „Teaspoon To the Ocean“ (Weird World/Domino Records)

Dagegen erinnert das aufgrund seiner vergleichsweise offen gestalteten Lesbarkeit herausragende The Waves kaum widerlegbar an die abwegig mysteriösen Verspieltheiten eines Edward Ka-Spell (Legendary Pink Dots), und das nicht allein aufgrund des frappant ähnlichen Stimmeinsatzes. Zumal Jib Kidder das gequält gezogene Ka-Spells noch weiter expandiert, bis er auf Situations In Love klingt wie Gary Numan auf der Suche nach einem dringend benötigten Laxativum.

Die Verschleppung von Soundzitaten, das Ausreizen und anschließende Verwerfen von konventionell naheliegenden Abläufen von Text und Ton, der mit Raffinesse ausgestattet achselzuckende Verweis auf die eigene Unschuld: Jib Kidder legt mit Teaspoon To The Ocean eine heimtückisch einschmeichelnde Collage vor, deren wohlfeile Elemente über das bis zur Zehn-Minuten-Marke heranreichende Ganze (Melt Me) hinausweisen. Hinaus und wieder hinein in die Sphäre emanzipierter Träume, die sich ihrer Deutung entziehen.

Jib Kidder spielt als Support von Panda Bear am 10.03.2015 im Berghain, Berlin.

jibkidder.com
youtube.com/user/jibkidder

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert