Interview mit Jeanette Biedermann (Ewig)

„Drei Freunde, die sich in höchstem Maße vertrauen“

Der Promo-Marathon zieht sich bis in die späten Abendstunden, doch Jeanette Biedermann weist nicht das geringste Anzeichen von Ermüdung auf. Was angesichts dessen, wofür sie heute geduldig und auskunftsfreudig Rede und Antwort steht, nur allzu verständlich ist. Denn mit dem neuen Album Indianerehrenwort (Heart Of Berlin/Universal), das morgen erscheint, ist ihr und ihren beiden Mitstreitern Jörg Weißelberg und Christian Bömkes ein ungemein locker-charmantes Wunderwerk gelungen, auf das die deutschsprachige Popszene schon viel zu lange gewartet hat.

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Ewig: "Indianerehrenwort" (Heart Of Berlin/Universal)

Ewig: „Indianerehrenwort“ (Heart Of Berlin/Universal)

amusio: „Hallo Jeanette, hast Du Dich mittlerweile vom Geist der Weihnacht in der Köln-Arena gut erholt, jenem Musical, in dem Du in der Rolle des Weihnachtsengels im wahrsten Sinne des Wortes hast glänzen können?“

Jeanette Biedermann: „Ach, da brauchte ich mich nicht zu erholen. Dafür hat es einfach viel zu viel Spaß gemacht. Sicher, alle Beteiligten mussten Opfer bringen und auf ihr privates Weihnachtsfest weitgehend verzichten, aber das hat sich gelohnt: Es war eine wunderbare Erfahrung, auf dieser riesigen Bühne Weihnachtsstimmung zu verbreiten, mit all dem Aufwand und dennoch aus vollem Herzen. Vor allem, wenn ich an die Reaktionen der Kinder zurückdenke, wie sie etwa in dem extra aufgebrachten Schnee spielten, da hat sich wirklich jede Flocke gelohnt. Als Musikerin bin ich es zwar gewohnt, immer 100 % und noch ein bisschen mehr zu geben, aber dass eine solche Hingabe auch bei einer Großproduktion wie Vom Geist der Weihnacht herrschen kann, war eine zauberhafte Erfahrung.“

amusio: „Womit Du nun, nach Deiner Beteiligung an einem Musical, wohl sämtliche Sparten der Unterhaltungsbranche, salopp formuliert, durch hast. Bist Du noch auf der Suche nach Deiner wahren Bestimmung? Oder liegt sie in Deiner Vielseitigkeit?“

Jeanette Biedermann: „Nun, im Wesentlichen widme ich mich doch nur der Schauspielerei und dem Gesang. Nur eben beidem in unterschiedlicher Weise. Wenn ich etwa als Architektin nebenbei noch Häuser entwerfen würde, dann wäre das etwas anderes…“

amusio: „Mit Indianerehrenwort ist Euch ein großer Wurf gelungen. Es scheint, als ob die hörbare Harmonie untereinander entscheidend zum Gelingen des Albums beigetragen hat. Doch wie funktioniert Harmonie bei drei Persönlichkeiten? Wer trifft bei Euch letztlich die Entscheidungen? Gibt es eine Band-Hierarchie?“

Jeanette Biedermann: „Nein, von einer internen Hierarchie kann bei uns keine Rede sein. Ewig ist ja nicht auf dem Reißbrett entworfen worden, sondern hat sich so ergeben: Ich habe damals an englischen Titeln gearbeitet und dabei eine Pause gebraucht. Also habe ich mich den beiden Jungs einfach mal hinzugesellt. Auch um mich von ihrer immensen Erfahrung inspirieren zu lassen. Doch dann haben wir angefangen, zu dritt Lieder zu schreiben – und es hat sofort gefunkt. Wir wollten unsere gemeinsam entstandenen Lieder einfach nicht mehr loslassen, so ist die Band ist aus der Musik heraus entstanden. Wir stimmen einfach überein. Nur wenn wir zu dritt arbeiten, kommt Ewig dabei heraus. Es gibt kein Konfliktpotenzial, es sollte wohl so sein.“

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