Stars funkeln in Köln

Tanz die Discokugel

Mit dem aktuellen, dem tanzwütigen Nachtleben gewidmeten Album No One Is Lost im Anschlag, begaben sich die Stars aus Montreal ins Kölner Luxor, um dort ihre ausgezeichnete Laune mit den zahlreich anwesenden Fans zu teilen. Von gelegentlichen Schwächen soundtechnischer Art abgesehen, entwickelte sich nach und nach ein Konzert, das deutlich machte, warum die Stars einen besonderen Stellenwert genießen: Sie haben sich über die Jahre einen Fundus an herausragend originellen Songs verschafft, aus dem sie nach Belieben schöpfen können, ohne den harmonischen Ablauf eines Konzerts zu gefährden.

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Kein Grund zum Verstecken: Torquill Campbell neben Amy Millan (Stephan Wolf)

Kein Grund zum Verstecken: Torquill Campbell neben Amy Millan (Stephan Wolf)

Mit einem stimmigen Set eröffnet die Berliner Band Children den Abend. Der ausgesprochen leichtverdauliche Dreampop des Trios zieht das Publikum erstaunlich rasch in seinen Bann, eine Coverversion des Schmachtfetzens Would I Lie To You? (Charles & Eddie) sorgt für eine erfreuliche Auflockerung des insgesamt doch etwas zu gleichförmig präsentierten Liedguts. Dennoch ein würdiger Auftakt, zumal die Stars im Anschluss für jede Menge Abwechslung sorgen.

Frontmann Torquill Campbell fällt mit der Tür ins Haus: Noch bevor der Übersong From The Night als Eröffnungsnummer angestimmt wird, lässt er seine Begeisterung darüber verlautbaren, endlich wieder in Deutschland unterwegs sein zu können. Er kann sich dieses Deutschland-Faible zwar auch nicht so recht erklären (womit sein Drummer Paddy McGee im Interview übereinstimmte), aber das hindert ihn nicht daran, sofort in die Vollen zu gehen und seine Mitstreiter, allen voran Amy Millan, mitzureißen.

Als dann noch die Discokugel den Raum aus dicht gedrängten Reihen vor der Bühne in augenzwinkernd stimmungsvollen Lichtschnee taucht (Torquill: „Ist denn schon Samstag? Nein, Dienstag! Amy: „Egal, es ist kalt, kommt lasst uns tanzen“), droht die Stimmung zwar nicht gerade ins Hemmungslose abzudriften, doch die Band hat nun ihr Publikum fest im Griff. Im kursorischen Rückgriff auf eine fünfzehnjährige Bandhistorie fördert sie einen Wundersong nach dem nächsten zutage, womit das Drumherum wieder zur Nebensächlichkeit wird.

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