2Cellos, die 3.

Kontovers? Celloverse!

Weit über 100 Millionen Mal wurden sie bereits auf Youtube geklickt: Die kroatischen Cellisten Luka Sulic und Stjepan Hauser, die als 2Cellos am Freitag mit „Celloverse“ (Portrait/Sony Music) bereits ihre dritte CD vorlegen, mit der sie erneut – auf respektlose (und für konservative Gemüter vielleicht unzumutbare, sicher aber polarisierende) Weise – berühmte oder gar wegweisende Titel aus den Bereichen Metal, Rock, Pop, Filmmusik und Klassik der Klanggewalt ihrer Instrumente unterwerfen. Das ist virtuos, überraschend und vor allem: überzeugend.

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2Cellos, "Celloverse" (Portrait/Sony Music)

2Cellos, „Celloverse“ (Portrait/Sony Music)

Man täte 2Cellos Unrecht, wollte man sie als eine abgespeckte Version von Apocalyptica klassifizieren. Denn anderes als die finnischen Crossover-Cellisten (die von ihren Urprüngen her klar dem Metal zuzuordnen sind) verstehen sich Luka Sulic und Stjepan Hauser auf jegliche stilistische Eingrenzung pfeifen. Da darf dann auch mal ein Piano (Live And Let Die, die McCartney-Bond-Nummer) den Ton angeben, zumal es von niemand Geringerem als Lang Lang gespielt wird. Da gesellt sich im Anschluss ein Klassiker der Moderne (Street Spirit [Fade Out] von Radiohead) zur Eigenkomposition Celloverse, die (um mal bewusst ein musikalisch falsches Bild zu verwenden) sämtliche Register des hauseigenen Sounds zieht.

2Cello haben gut daran getan, auf ihrem neuen Album darauf zu verzichten, allzu bekannte klassische Stücke zum x. Mal zu bearbeiten (ihr diesbezügliches Können deuten sie eingangs mit Rossinis Wilhelm Tell Ouvertüre an). Was hier zunächst nach Vivaldis Vier Jahreszeiten klingt, erweist sich bei ihnen als eine Adaption der symptomatischen AC/DC-Nummer Thunderstruck. Weiterhin bieten sie Muse (Hysteria), Michael Jackson (They Don’t Care About Us) oder DJ Avicii (Wake Me Up) auf, um den Nachweis zu erbringen, das ihnen auch der popmusikalische Fundus mehr als zureichende Fundamente bietet, um der Ausdrucksvielfalt und den Klangfarben ihrer Celli zu genügen.

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