Jungschlau trifft altklug: The Districts

Neue Lieblinge auf dem Prüfstand

Welcome to the next big thing: Am Freitag gilt es für The Districts und ihrem offiziell „richtigen“ Debütalbum A Florish And A Spoil ([PIAS]Coop/Fat Possum/Rough Trade) all die Vorschusslorbeeren zu rechtfertigen, mit denen die „jungen Spritzer“ (Tegtmeier) aus Pennsylvania seit ihren ersten Lebenszeichen als Highschool-Band vor knapp fünf Jahren überhäuft wurden. An dieser prominenten Stelle ausnahmeweise mal kein Herumgedruckse: Ja, The Districs haben ihn drauf, jenen melodieseligen Raureif-Rockpop, der immer geht. Im Rahmen des Gegebenen sogar mit erstaunlicher Ausdrucksvielfalt.

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Destination: Megastars? The Districts (Ryan Farber)

Destination: Megastars? The Districts (Ryan Farber)

Dennoch bleibt es ein wiederkehrendes Phänomen des kaum Erklärlichen, dass Bands vom Kaliber der Districts bei Gazetten wie dem Guardian, dem NME oder dem Rolling Stone („… with tinges of vintage, introspective Dylan“) turnusgemäß verbales Purzelbaumschlagen auslösen. (Sie werden doch nicht etwa dafür bezahlt?!) Ob wir nun mit A Florish And A Spoil der „Geburt einer neuen großen amerikanischen Band“ (NME) beiwohnen oder doch nur einer offenbar talentierten Ohrwurmschmiede mit der jüngeren Rockhistorie entlehnten Steigbügeln unter den Füßen (sehr angeblich Strokes, Kooks und noch eine ganze Reihe von „The“-Bands mehr) – wozu gibt es Buchmacher?

Mut beweisen The Districts jedenfalls gleich mehrfach, so mit dem fast neunminütigen (!) Kapriolendreher Young Blood oder dem sich anschließenden, das Album beschließenden Folk-Swinger 6AM: „Because I’ve bowed down with this crown watching old dogs age without whimpering, and I find it hard to say that I am strong“, heißt es dort vielleicht nicht ganz aus der Luft der hohlen Hand gegriffen.

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