Hand. Cannot. Erase.

Eine Liga für sich: Steven Wilson

Wenn am 27. Februar das neue Soloalbum von „Mr. Prog“ Steven Wilson auf käuflichem Wege erhältlich sein wird, dürfte so mancher Fan des englischen Workaholics entspannt aufatmen. Und das nicht allein aufgrund der Tatsache, die gefühlt einhundertste Veröffentlichung aus seiner Feder in den Händen halten und fürderhin nach Belieben genießen zu können. Vor allem diejenigen, denen der Vorgänger The Raven That Refused to Sing (And Other Stories) entschieden zu sperrig, zu jazzig und zu weit weg vom vermeintlichen Mutterschiff (Porcupine Tree) ausgefallen war, können sich vorbehaltlos freuen: Sie haben „ihren“ Steven Wilson wieder.

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Steven Wilson, "Hands. Cannot. Erase." (Kscope/Edel)

Steven Wilson, „Hands. Cannot. Erase.“ (Kscope/Edel)

Andersherum wird mal wieder der ominöse Schuh draus: Wer mit The Raven That Refused to Sing (And Other Stories) gut zurechtgekommen ist, könnte von Hand. Cannot. Erase. (Kscope/Edel) aufgrund seiner fugenlosen Eingängigkeit eine gewisse Phase der Enttäuschung durchlaufen, bevor auch er erkennt, dass es sich bei dem aktuellen Album um ein (weiteres) Meisterwerk des musikalischen Genies Steven Wilson handelt.

Dass es dem Schöpfer konzeptionell um die Reflexion von nachdenklich stimmender Urbanität und Anonymität heutigen Zuschnitts ging (es wird die wahre Geschichte von Joyce Carol Vincent nachempfunden, deren Tod – obwohl sie, wie es so schön heißt, mitten im Leben stand – erst drei Jahre nach ihrem Ableben bemerkt wurde), darf natürlich gerne mitgedacht werden. Aber seine mal berückend melancholische, dann wieder euphorisch beschwingte und ab und an sogar aggressiv aufbrausende Wirkung (Ancestral!) kann das Album auch ohne die Vorkenntnis seines inhaltlichen Überbaus keineswegs verfehlen.

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