Am 13. Februar erscheint mit Journey East (Deutsche Grammophon) die längst überfällige Visitenkarte eines der bemerkenswertesten Geigenvirtuosen unserer Zeit: Nemanja Radulović. Seine wallende Mähne und sein a prima vista dem Gothic-Look entlehntes Äußeres an prominenter Stelle zu erwähnen, erfordert die Etikette. Sein Album jedoch, das er mit dem Deutschen Symphonikern Berlin eingespielt hat, bedarf keinerlei Äußerlichkeiten, um als großer Wurf anerkannt zu werden. Schon der Blick auf das Repertoire genügt, um sich vorbehaltslos einem weiteren Paganini-Wiedergänger hinzugeben.

Nemanja Radulović : "Journey East" (Deutsche Grammophon)
Nemanja Radulović : „Journey East“ (Deutsche Grammophon)

1985 im serbischen Niš geboren, erlebt Nemanja Radulović seine Kindheit im Kontrast zwischen Bürgerkrieg und Geigenspiel. Schnell wird deutlich, dass es sich bei ihm um ein Wunderkind handelt. Um ein Ausnahmetalent, das als Siebenjähriger – sechs Monate nach dem ersten Bogenstrich – bei einem Vivaldi-Konzert als Solist debütiert. Allen Widrigkeiten von Krieg und anschließendem Embargo trotzend, nimmt er mit neun Jahren an seinem ersten internationalen Wettbewerb teil, als er vierzehn ist, siedelt er mit seiner Familie nach Paris über, wo er seine Ausbildung bei Patrice Fontanarosa fortsetzt.

Mittlerweile bereist er die bedeutendsten Konzertsäle der Welt und spielt dort gemeinsam mit den entsprechend erstklassigen Orchestern. Dabei hat er bis zum heutigen Tage keine bestimmten Schwerpunkte herausgebildet. Nemanja Radulović ist ein bekennender Allrounder, dem es vor allem auf den emotionalen Ausdruck seines Spiels ankommt. „Ich spiele einfach so, wie ich mich fühle (…) immer gern etwas von Bach und Mozart“, gibt er bescheiden zu Protokoll, „Bach hilft mir, mit beiden Füßen auf dem Boden und gut geerdet zu bleiben, Mozart schenkt mir Glück.“

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