Einer mit Herz: Nemanja Radulović (Marie Staggat / Deutsche Grammophon)
Einer mit Herz: Nemanja Radulović (Marie Staggat / Deutsche Grammophon)

Auf seinem ersten Album als Solist verzichtet er jedoch auf seine Leib- und Magenkomponisten und entführt seine Hörer stattdessen auf eine Reise durch osteuropäische Gefilde. Neben den üblichen Verdächtigen wie Dvořák (Op. 55, „Als die alte Mutter“), Tchaikovski (Russischer Tanz, „Schwanensee“), Chatschaturian (Säbeltanz & Nocturne), Shostakovich (Romanze, „Gadfly Suite“) oder Prokofiev (Marsch, „Die Liebe zu den drei Orangen“) bietet er auch Kostproben aus der Folklore des Balkans sowie Filmmusik (wie z.B. aus Život je čudo / Das Leben ist ein Wunder von Emir Kusturica und Dejo Sparavalo).

Seine kluge Auswahl deutet an, dass es ihm nicht darum geht, vordergründig mit einer technischen Leistungsschau zu brillieren. Nemanja Radulović weiß, dass er sein Publikum auch und vor allem auf der emotionalen Ebene erreicht und abholen kann. Eine Taktik, die ihm nicht zum Vorwurf gemacht werden kann, so doch genau dies sein erklärtes Ziel ist. Darüber hinaus geht er mit seiner vorliegenden Veröffentlichung auch nicht das Risiko ein, sich als weiterhin ausbaufähiger Instrumentalist zu diskreditieren.

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