Endlich hat die deutsche Veröffentlichungspolitik mit dem Output der norwegischen Ausnahmeerscheinung gleichgezogen. Nachdem das Vorgängeralbum Stillness And Panic dem hierzulande als Debüt verkauftem Zweitwerk Flash Back etwas unspektakulär hinterhergeschoben wurde, erscheint das neue, vierte Album von Hanne Kolstø mit nur geringfügiger Verspätung. Was kann die gute Frau auch dafür, wenn sie mit Forever Maybe (ab Freitag via Jansen Plateproduksjon/Broken Silence) die eigene Messlatte souverän überspringt?

Hanne Kolstø: "Forever Maybe" (Jansen Plateproduksjon/Broken Silence)
Hanne Kolstø: „Forever Maybe“ (Jansen Plateproduksjon/Broken Silence)

Von minimal bis orchestral, von unschuldig bis durchtrieben: Hanne Kolstøs Klaviatur verfügt offenbar über etliche Tasten mehr als handelsüblich. Doch was sie von Album zu Album immer mehr auszeichnet, das ist die Ökonomie, mit der sie ihre überbordenden Möglichkeiten einsetzt. Fast könnte ihr bereits der Vorwurf der Routine gemacht werden.

Und sicher: Als das nach wie vor herausragende Flash Back erschien, war die Welt auf Hanne Kolstø noch nicht vorbereitet. Also müsste bei Forever Maybe nun üblicherweise die Frage nach der Weiterentwicklung gestellt werden, um die Mechanismen der Beurteilung zu befolgen.

Dem sei entgegengehalten, dass Weiterentwicklung nicht unbedingt mit Originalität einhergehen muss. Und an diesem Punkt überzeugen Hanne Kolstøund ihrer bewährter Koproduzent Øyvind Røsrud Gundersen mit ihrer Kunst der Spannungserzeugung im Detail.

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