Songhoy Blues aus Mali gehören bereits vor Veröffentlichung ihres Debüts Music In Exile (ab morgen via Transgressive/[PIAS] Cooperative/Rough Trade) zu den herausragenden Musikexporten ihres Heimatlands. Doch wenn sie auch schon für Damon Albarn und Julian Casablancas eröffneten, so erfordert ihr ungemein treibender Mix aus westlichem Bluesrock, Neo-Funk und der ureigenen musikalischen Tradition doch zumindest ein kursorisches Verständnis der problematischen Umstände, aus denen das Selbstverständnis der Band hervorgeht.

Songhoy Blues: "Music In Exile" (Transgressive/[PIAS] Cooperative)
Songhoy Blues: „Music In Exile“ (Transgressive/[PIAS] Cooperative)
Das sesshafte Sudanvolk der Songhoy aus der Gao-Region wird im eigenen Land marginalisiert und von der Mehrheit der Bambara bestenfalls geduldet. Doch haben die vor allem die von islamischen Extremisten verursachten, unruhigen Verhältnisse im Nordosten des Landes Oumar Toure, Aliou Toure und Garba Toure (Sohn des Perkussionisten der Ali Farka Toure Band) in den Süden und dort in die Hauptstadt Bamako geführt, wo sie sich als Angehörige einer ethnischen Minderheit dafür einsetzen, die eigenen Traditionen zu wahren, nicht zuletzt auch die der Gesänge und Tänze. Von klein auf zudem mit Jimi Hendrix oder John Lee Hooker vertraut, beschließen sie gemeinsam mit dem Schlagzeuger Nathanial Dembele eine Band zu gründen, mit der sie ihre Einflüsse und Anliegen verbinden und dem Identitätsverlust entgegenwirken können: Songhoy Blues.

Mit Music In Exile gelingt ihnen auf Anhieb eine außergewöhnliche und zugleich für „westliche“ Ohren absolut zugängliche Fusion dessen, was sie antreibt, bewegt und mit kämpferischer Leidenschaft erfüllt. Ihr Streben nach Autonomie und Achtung schlägt sich in griffigen Songs nieder, in denen die durchaus als hypnotisch wirksam zu bezeichnenden Elemente ihrer Volksmusik in überraschend griffiger Manier mit den fundamental aufgelockerten Standards von Blues und Rock und etc. harmonisieren.

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