Auf der Musikakademie Lausanne begegneten sich KiKu, Yannick Barman (Trompete) und Cyril Regamey (Drums), spätestens in der New Yorker Musikszene entfernten sie sich von den Regularien eines akademisch geprägten Jazzempfindens, um seitdem das weite Feld organisierter Improvisation und libertinärer Organisation für sich zu erschließen. Als eine, wie sie es nennen, Modular, Avant-garde machine. Für das Album Marcher sur la tête (Everest/Broken Silence, ab 23. Februar) haben sie in David Doyon (Gitarre), Blixa Bargeld und dem in Berlin ansässigen Avantgarde-Rapper Black Cracker gleichgesinnte Kombattanten gefunden.

KiKu, "Marcher Sur La Tête" (Everest/Broken Silence)
KiKu, „Marcher Sur La Tête“ (Everest/Broken Silence)

Wodurch das vorliegende Ergebnis einerseits demjenigen entspricht, was die Namen versprechen, andererseits – aus gleichem Grund – zu einem erfreulich unberechenbaren Mischmasch aus wohligem Blendwerk, hinterhältiger Irreführung und geschmackvoller Erwartungsverweigerung führt.

Nur allzu gerne gewillt, das einschmeichelnde Spiel der Trompete hervorzuheben, verbietet sich die Konzentration auf Einzelaspekte angesichts der hier dargebotenen Fülle an Ideen und Wendungen, so sehr sie sich auch dazu eignen würde, der Veröffentlichung ein simplifizierendes Emblem aufzudrücken. Auch der Verweis auf das lauschige Korgis-Cover Everybody’s Got To Learn Sometime verzerrt die Verbalisierung, so auch der auf das Monteverdi-Vehikel (Hai 450 GTS)  Sì dolce è’l tormento, das eine Spur zu sehr von Blixa Bargelds Intonation dominiert wird.

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