D-Tour im März

Schmeichelfaktor Champs

Ob es an der frischen Luft, dem vielen Regen oder dem besonderen völkerrechtlichen Status liegt, mögen Kulturethnologen künftiger Generationen feststellen. Fest steht, dass die Isle Of Man nach den Bee Gees nun mit den Champs eine weitere Bruderschaft der melodischen Popkünste hervorgebracht hat. Auf ihrem ab morgen erhältlichem zweiten Album Vamala (PIAS/Rough Trade) erweisen sich Michael und David Champion als Jungmeister des mal spröden, mal schwelgerisch melancholischen Liedguts, das nicht nur stimmlich an die weltberühmten Inselgenossen (und von denen insbesondere an Robin Gibb) erinnert.

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Champs, "Vamala" (PIAS/Rough Trade)

Champs, „Vamala“ (PIAS/Rough Trade)

Auch eine gehörige (Non-Pono) Portion Neil Young mischt sich in den unaufdringlich ergreifenden Sound der Champs, so etwa bei der absolut abgerundeten Charmeoffensive 3000 Miles. Der gerdezu energisch rhythmisierte Titeltrack gibt anschließend ein gutes Beispiel für die etwas andere Seite der Gebrüder ab, wo sich der durchgängige Schmeichelfaktor anhand von Chorgesang und feiner Gitarrenzwirbel einstellt, ohne die Eingängigkeit zu verkitschen.

Über die Bedeutung des Albumtitels braucht man sich ebenso wenig Kopf zu zerbrechen, wie über etwaige Schwachstellen im Gesamtbild: Hauptsache, es klingt gut und dabei lieber verbindlich als „nur“ vielversprechend. Ein Stelldichein der wohltemperierten Harmonie, dem man den Ort der Entstehung seiner Kompositionen (die Isle Of Man) eher anhört als den der Produktion (London), für die Dimitri Tikovi (Goldfrapp, Placebo) ein sehr feines Händchen bewiesen hat. Ein Album zum Liebhaben und ein hübsches Pendant zu Mister And Mississippis We Only Part To Meet Again.

05.03. Hamburg (Molotow Bar)
08.03. Köln (Blue Shell)
11.03. Berlin (Bang Bang Club)
13.03. München (Milla)

champschampschamps.com
facebook.com/champschampschamps
pias.com/de

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