Nolwenn Leroy, die Bretonin

Meist wird Nolwenn Leroy unter „Weltmusik“ abgelegt. Wie unspezifisch dieser Begriff ist, zeigt sich bei der Bretonin, deren aktuelles Album eben diesen Namen trägt: „Bretonne“. Die 1982 in Saint-Renan in der Bretagne geborene Sängerin lässt sich bei ihrer Arbeit von der Volksmusik ihrer Heimat inspirieren, aber richtet den Blick auch auf die britischen Inseln, und hier ganz besonders Irland.

Das keltische Erbe verbindet. „Bretonne“, in Deutschland Anfang 2012 erschienen, ist Leroys bislang erfolgreichstes Album.

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In Frankreich und Belgien, wo es in einer leicht anderen Fassung bereits 2010 erschienen war, kletterte sie damit bis auf Platz eins der Album-Charts, in Deutschland immerhin noch auf Platz 13.

Nolwenn Leroy: Bretonne. Quelle: Universal Music

Nolwenn Leroy, die in den USA studiert hat, denkt und arbeitet sehr regional. Sie singt französisch, bretonisch und englisch. Die 30-Jährige arbeitet sich auf ihrem vierten Studioalbum in erster Linie an Volksliedern und Volkstänzen ab. Insbesondere die ersten drei Stücke, „Tri Martolod“ (bretonisch für „Drei Seemänner“), „La Jument De Michao“ und „Suite Sudarmoricaine“ legen einen schnellen Rhythmus vor. Bei aller keltisch-bretonischen Volkstümlichkeit ist aber jederzeit klar: Nolwenn Leroy ist eine Popkünstlerin, entsprechend wird mit modernen elektronischen Hilfsmitteln instrumentalisiert. Dies trifft auch auf die übrigen zwölf Stücke der deutschen Albumversion (Gesamtlänge 51 Minuten) zu, unter denen sich neben Balladen wie „Siuil A Ruin“, „Mna Na H-Eirann“, „Karantez Vro“ und „Rentrer En Bretagne“ auch Klassiker des englischen Liedguts wie „Greensleeves“ und das durch Simon & Garfunkel popularisierte „Scarborough Fair“ finden.

Komplettiert wird das Album durch die inoffizielle bretonische Nationalhymne „Bro Gozh Va Zadoù“ (sinngemäß: „Das alte Land meiner Väter“), eine gesungene Liebeserklärung an die bretonische Hafenstadt Brest („Brest“), das Regenlied „Ma Bretagne Quand Il Pleut“, die Popsongs „Je Ne Serai Jamais Ta Parisienne“ und „Le Bagad De Lann-Bihoué“ sowie das alte Volkslied „Dans Les Prisons De Nantes“.

„Bretonne“ ist Leroys fünftes Album; bereits mit ihrem Debüt „Nolwenn“ war sie in Frankreich und Belgien an die Spitze der Albumcharts gestürmt. Im März 2012 ist ihr bislang letztes Album erschienen („Ô filles de l’eau“), das allerdings nicht ganz an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen konnte.

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Über Frank Behrens

Frank Behrens arbeitet als freier Journalist in der Nähe von Hamburg. Noten kann er keine lesen, aber Musik hören. Am liebsten Rock und Blues.