Das bereits vor Wochen in weiser Voraussicht als ein Füllsack „trügerischer Evidenzen, die ihre kariösen Zähne blecken“ angekündigte Album Like A Pack Of Hounds (Shitkatapult/Morr/Indigo, ab 27. Februar) des unter dem vielsagend eindeutigen Namen Prairie musikalisch tüchtigen Künstlers Marc Jacobs, ist noch viel schürfender, zupackender und befriedigender geraten, als die ersten Kostproben verhießen ließen. So es dort um die Erzeugung von Atmosphäre gehen soll, müssten hier jederzeit die Sauerstoffmasken aus der Decke fallen. Oder zumindest der Rauchmelder anschlagen, wenn nicht gar der Höllenhund im Obdach.

Prairie: "Like A Pack Of Hounds" (Shitkatapult)
Prairie: „Like A Pack Of Hounds“ (Shitkatapult)

Ob Köter, Hyäne oder Wolf: Wer oder was auch immer die jeweils akute Umgebung außer Kraft setzenden Flächen, Schleifen, Schwingungen – oder schlicht Stimmungen – dieses Albums mit seinem Geheul ergänzt, tut dies zu seinem Gedenken. Wenn die eigene Selbstversicherung schon von dem sich selbst Versichernden als bedrohlich empfunden wird – welche Reaktionen wird sie dann erst bei denen hervorrufen, die sie vernehmen?
Werden sie die Flucht ergreifen wollen? Oder sich in einem Anfall von Agape dazu berufen fühlen, zur Hilfe eilen zu müssen? Das Sterben ist ästhetisch bunt, doch die Wüste lebt, sie wächst und gedeiht. Weh dem, der Wüsten säht. Und – was ist eine Prärie schon anderes, als die Wüste der gemäßigten Breitengrade? Wo mit dem Begriff der Prärie doch auch allzu gerne der wilde „Wilde Westen“ konnotiert wird, der bekanntermaßen gleich hinter Hamburg seinen Anfang nimmt…

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