Leipziger Buchmesse 2013 bricht bisherige Rekorde – Besucheransturm brachte die Glashalle zum Brodeln

Aller Unkenrufe zum Trotz boomt der Buchmarkt auch im Zeitalter der technischen Medien ungebremst. Dies zumindest war auf der Buchmesse 2013 in Leipzig unverkennbar zu spüren. Auffallend viel junges Publikum stürmte die Hallen des Messegeländes, sodass zeitweise sogar die Zugänge zur Glashalle immer wieder vorübergehend gesperrt werden mussten, um so einen allzu großen Andrang auf die Autorengespräche am Blauen Sofa einzudämmen.

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Podiumsdiskussion mit jungen Autoren aus der Ukraine (Foto: Annette Martens)

Podiumsdiskussion mit jungen Autoren aus der Ukraine (Foto: Annette Martens)

In vier Hallen präsentierten die Verlage ihre Neuerscheinungen zu den Themen Belletristik, Sachbuch, Zeitungen und Zeitschriften. Ein großer Bereich widmete sich dem Hörbuch in allen Facetten, darunter auch zahlreichen Musikproduktionen, die im Musikcafé Klangquartier vorgestellt wurden. Immer mehr etabliert sich die Buchmesse im Bereich Bildung und Wissen mit Angeboten zur schulischen Bildung und beruflichen Orientierung. Speziell für das junge Publikum brachte die diesjährige Messe ein buntes Angebot an Lesungen, Workshops und Aktionen.

Tranzyt lautete in diesem Jahr der Internationaler Schwerpunkt, der mit moderner Literatur aus Polen, der Ukraine und Belarus die literarische Vielfalt der EU-Ostgrenze beleuchtete. Die Diskussionsrunde mit ukrainischen Schriftstellern beleuchtete deren besondere Situation und inwieweit politisches Engagement in der Literatur des Ostens eine Rolle spiele. Übereinstimmend vertraten die Autoren die Ansicht, je mehr der Schriftsteller die Rolle des Aufklärers einnimmt, desto mehr kann er zu einer gesellschaftlichen Veränderung beitragen.

Als Publikumsmagnet erwies sich das Podiumsgespräch mit dem Preisträger für Belletristik, David Wagner, dessen Romanerzählung „Leben“ das Thema Organtransplantation“ hautnah umsetzt. Wagner verhehlte in dem Gespräch keineswegs die biographischen Bezüge, die in die Figur des Protagonisten eingeflossen sind. Ohne Pathos, dafür mit viel klinischem Alltag, schildert der Autor sein Erleben dieses Eingriffs, der ihn zu einer Reflexion seiner gesamten Existenz führt.

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Über Annette Martens

Annette Martens Medienwirtin, Literatur- und Theaterwissenschaftlerin M.A., Journalistin, PR & Werbung, Texte für Homepages, Interviews. Aus dem Münsterland zog es mich zum Studium nach Erlangen. Seit 1999 freie Autorin im Großraum Nürnberg für Print- und Online-Medien. Ich mag: Musik von U2, Sting, Dylan, deutsche Texte, Kino und Klassik.