Viszeral hochwirksam: Death Engine

Ganzkörper-Schlammpackung

Aus dem beschaulichen Lorient (zurzeit 16. der ersten französischen Fußball-Liga) abkömstig, legen Death Engine am Montag ihren von allen geschmackssicheren Sickos bereits sehnsüchtig erwarteten Longplayer Mud (Throatruiner Records/Apocaplexy Records) vor. Was schon ihre Debüt-EP Amen mehr alsnur andeutete, entlädt sich nun in einer furiosen und gemeingefährlichen Melange, die das Beste sämtlicher abgrundtief ambivalenter Welten in sich vereint.

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Death Engine: "Mud" (Throatruiner Records/Apocaplexy Records)

Death Engine: „Mud“ (Throatruiner Records/Apocaplexy Records)

Pure Noise, gewalttätige Metal-Sprengsel, stockgefrorene Shoegaze-Flächen, ekstatisches Knochenschlagwerk und eine Aura zum Fürchten, würde man sich nicht so sauwohl darin fühlen und wühlen können: das alles ist auf Mud absolut erklärtes Programm. Im Vergleich zu ihren Landsleuten Cowards, die zuletzt ein ebenbürtiges Endzeitbrett aufgelegt haben, agieren Death Engine vielschichtiger, komplexer und entschiedener dem Industrial zugeneigt.

Und das ist gut so, viszeral hochwirksam und genau das Richtige, um den gräulichen Schlabberkram hinter den wunden Augen mal wieder gehörig durchzufegen. Ein Track namens Cure spricht Bände, wer sich danach noch beklagt, der findet auch Rühreier im Skrotum oder den Ovarien vor. Keine Ahnung indes, auf Basis welcher Skalen, Fieberkurven oder Tonarten Death Engine ihre Saiten stimmen, aber da das Ergebnis (unter der Leitung der notorischen Amaury Sauvé und Sylvain Biguet) keinerlei Unstimmigkeiten aufweist, bleibt diese Wissenslücke weiterhin folgenlos.

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