Hitler-Musical – Adolf als Witzfigur

Eines ist ganz klar: dieses Musical soll provozieren: der Berliner Admiralspalast, in dem an diesem Freitag (15. Mai) das Musical „The Producers – Frühling für Hitler“ in Deutschland Premiere feiern soll, ist „geschmückt“ mit zwei knallroten Riesenflaggen. Diese erinnern nicht gerade dezent an die NS-Zeit, als bei jedem Schritt riesige Hakenkreuz-Fahnen den Weg säumten. Einen Unterschied sieht man jedoch schon auf den zweiten Blick: statt eines

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Hakenkreuzes prangt die schwarze Silhouette einer Brezel auf dem weißen Kreis des roten Fahnenstoffes.

Quelle: admiralspalast.de

Quelle: admiralspalast.de

Das Musical ist von US-Komiker und Regisseur Mel Brooks. Es hat sowohl am Broadway als auch im New Yorker Westend laut Veranstalter Millionenerfolge gefeiert  – in nur sechs Jahren wurde über 2500 Vorstellungen gegeben. Dass ein Musical über Hitler nun in Deutschland aufgeführt wird, hatte eher Betitelungen mit schwarzem Humor denn Empörung zur Folge. Ein Zeitungsartikel hatte gar die Überschrift: „Hitler is back in Berlin„.

Proteste über das „Hitler-Musical“ halten sich in Grenzen. Höchstwahrscheinlich, weil Mel Brooks selbst Jude ist. Deswegen „darf“ er das wohl eher, als wenn etwa ein Österreicher oder ein Deutscher sich diese Idee ausdenken würde.

Der Entertainer Brooks hatte schon immer ein Faible für Persiflagen: „Frankenstein Junior“, „Die verrückte Geschichte der Welt“ und „Robin Hood – Helden in Strumpfhosen“ machten seinen Humor legendär.

Übrigens: Mel Brooks produzierte den Film als Vorlage zum gleichnamigen Hitler-Musical, bereits im Jahre 1968. Und im Jahre 1983 verband er erneut eine Hitler-Veräppelung mit Musik – und komponierte zu seinem Lubitsch-Remake des Films „Sein oder Nichtsein“ einen Hitler-Rap. Ein Jahr später war der Rap ein Hit in den Charts und auf den Disco-Tanzflächen:

Im satirischen Musical geht es um zwei jüdische Gauner, die sich vornehmen, den größtmöglichen Broadway-Flop zu inszenieren, um mit dem übrigen Produktionsgeld nach Südamerika abzutauchen. Für diesen Plan suchen sie das Nazi-Musical „Frühling für Hitler“ ausgesucht, da sie darin das größte Potenzial für einen Misserfolg sehen. Doch falsch gedacht: das Stück wird ein Kracher und kommt beim Publikum als geniale Farce an. Die Ganoven geraten in Schwierigkeiten, da sie den Gewinn der Stückes bereits ausgegeben haben und ihn so an die Investoren nicht zurückzahlen können.

Man darf also gespannt sein auf eine Persiflage, in der es um betrügerische Juden (bitte einen Euro ins Stereotypen-Schwein werfen) geht, die wiederum eine Persiflage über die NS-Zeit auf die Bühne bringen. Wenn es von Mel Brooks ist (Brooks sagte selbst einmal: „Ich bin wahrscheinlich der erste Jude, der mit Hitler richtig viel Kohle verdient.“), kann es nur witzig werden. Und hoffentlich auch musikalisch ein Kracher. Schließlich möchte man die Songs, in denen Hitler zur Lachnummer gemacht wird, auch lange im Ohr haben. Ein kleines Vorschauvideo können Neugierige sich hier schon mal ansehen.

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