Die Gelassenheit des Monty Adkins

Strömendes Leben

Das Leben ist ein langer ruhiger Fluss? Anders als der französische Kinokassenerfolg aus vergangenen Zeiten, scheint der britische Komponist Monty Adkins diese Gleichung auf seiner neuen Arbeit tendenziell bejahen zu wollen. Denn Unfurling Streams (Crónica, ab 25.März), mäandert der musikalisch nachgezeichnete Lebenslauf auf höchst angenehm Weise träge und von den Unbillen der Existenz scheinbar unbeeindruckt durch die ihm vom Schicksal auferlegten Topographien.

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Monty Adkins: "Unfurling Streams" (Crónica)

Monty Adkins: „Unfurling Streams“ (Crónica)

For whatever we lose (like a you or a me), it’s always our self we find in the sea“ – diese muntere Zeile E. E. Cummings‘ hat Monty Adkins seiner durchdringend kalmierenden Meditation übers Wesen und Werden vorangestellt. Wer sich darauf einlässt, der erhält mit Unfurling Streams ein phasenweise – dann doch – geradezu unfassbar ergreifendes Bekenntnis zum Epikureismus.

Gemächlich verschiebende organische Texturen, garniert mit einer generösen Vielzahl von sachdienlichem Zierrat (vornehmlich aus dem zu schlagenden Segment wie Gong oder Glockenspiel). Ein gestrenger Kollege vom Schlage eines Thomas Köner würde die von Monty Adkins interpretierten Amalgame vom Fluss und dem Fließen wahrscheinlich als zu schönfärberisch und zu konkret hinsichtlich einer idealisierenden Auffassung ablehnen.

Sich zurücklehnen und sich den Unfurling Streams ganz und gar hinzugeben, ist freilich eine ganz andere Sache, die zudem mit den Arbeiten des australischen Malers Stephen Harvey im Artwork auch optisch, eben, zu gefallen weiß.

montyadkins.wordpress.com
cronicaelectronica.org
dense.de

 

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