Interview mit Gorku Urbizu (Berri Txarrak)

„Wir wollten von Anfang an international wahrgenommen werden“

Mit Barri Txarrak kündigte sich hoher Besuch aus dem Baskenland im kölnischen Sonic Ballroom an. Vor den Augen eines sich überwiegend des kastillanischen, wenn nicht gar des baskischen Idioms bedienenden Publikums präsentierte die wohl profilierteste Punkrock-Band der iberischen Halbinsel neben einer Selektion aus annähernd zwanzig Jahren Werktätigkeit vor allem Auszüge ihres aktuellen, drei CDs umfassenden Kompendiums Denbora Da Poligrafo Bakarra. Zuvor erläuterte im Backstage-Hostel der Venue ein von Heiserkeit geplagter Sänger und Gitarrist die Befindlichkeit des Powertrios aus dem Navarra.

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Gorku Urbizu, Berri Txarrak (Stephan Wolf)

Gorku Urbizu, Berri Txarrak (Stephan Wolf)

amusio: „Im Vorfeld unseres Gesprächs hat mich Euer Tourmanager nachdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich bei Berri Txarrak um eine baskische Band handelt. Tut dies denn wirklich noch Not?“

Gorku Urbizu: „Manchmal schon. Obwohl wir ausschließlich baskische Texte verwenden und kaum eine Gelegenheit auslassen, auf unsere Herkunft hinzuweisen, werden wir nach wie vor ab und zu als spanische oder manchmal auch als französische Band verstanden. Das empfinden wir zwar nicht direkt als Beleidigung, aber es zeugt doch von einer mangelnden Auseinandersetzung mit unserem Selbstverständnis.“

amusio: „Mal abgesehen von dem vermeintlichen Exotenbonus im Ausland: Glaubst Du, dass Eure Texte bei den des Baskischen nicht Mächtigen inhaltlich verstanden werden, also im Zusammenhang mit Eurer international verständlichen Musik von den Zuhörern überhaupt rezipiert werden?“

Gorku Urbizu: „Das hoffe ich zumindest. Darum übersetzen wir unsere Texte auch stets in mindestens zwei Sprachen, Kastillanisch und Englisch, und bieten sie somit für die inhaltliche Auseinandersetzung an. Natürlich ist unsere Musik der entscheidende Abholer, und wenn allein sie es ist, worauf die Leute ansprechen, ist das auch OK. Aber wir schätzen es sehr, wenn sich jemand ausgehend von der Musik auch mit unseren Texten beschäftigt. Schließlich haben wir etwas zu sagen und wollen nach Möglichkeit entsprechend verstanden werden.“

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