Soeben ist mit Fresh Blood (Domino Records/GoodToGo) das zweite Album des Slow Soul-Magiers Matthew E. White erschienen. Produziert von Trey Pollard und stimmigst abgemischt von Pat Dilett (David Byrne, Nile Rodgers), ergeht sich der bekanntermaßen feine Herr in friedfertigen Elegien, die charmant ans Innerste rühren und dabei so tun, als ob sie nichts dafür könnten, wenn anhand ihres Vollzugs die Zeit stillzustehen scheint. Tribut an Philip Seymour Hoffman inklusive.

Matthew E. White: "Fresh Blood" (Domino Records/GoodToGo)
Matthew E. White: „Fresh Blood“ (Domino Records/GoodToGo)

Nachdrücklicher als auf dem Vorgänger Big Inner drängt sich ein Vergleich ganz besonders auf. Wenn Lambchop statt auf Flanellhemden und Basecap-Flair zu fußen, sich einem Herrenausstatter mit elaborierterem Geschmack zuwenden würden, könnte diese ideelle Verschiebung auf einen Style hinauslaufen, wie ihn Matthew E. White traumhaft sicher beherrscht und souverän ausspielt, freilich ohne sich um modischen Erwägungen zu fügen.

Des Weiteren wäre auch Nachnamensvetter Barry White vorstellbar, wie er sich beim turnusmäßigen Austausch seiner Engelsflügel darauf besinnt, dass er auf Erden gelegentlich ein wenig zu dick aufgetragen hat. Und sich darum, er hat ja nun alle Zeit der Welt dazu, imaginiert, wie er seine Liebesbotschaften konzentrierter unters Volk hätte bringen können. Was auch immer er dabei bemühen könnte, das Soundgeflecht von Tracks wie Golden Robes oder Vision dürften der Kragenweite seiner Erwägungen entsprechen.

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