Interview mit Dave Pen (Archive)

„Wir können alles, solange uns danach ist“

Immer bester Dinge: Dave Pen (Stephan Wolf)

Noch immer bester Dinge: Dave Pen (Stephan Wolf)

amusio: „Und diese alerte Flexibilität überträgt sich auf Euer Publikum?“

Dave Pen: „Ich denke schon, auch wenn die wenigsten wissen dürften, was am Abend zuvor so alles geschehen ist. Doch die Reaktionen, speziell auch auf unsere Dreifachprojektion, die wir auf dieser Tour erstmals im vollen Umfang einsetzen, sind schon spürbar. Am deutlichsten vielleicht in Phasen einer bewusst lancierten Reizüberflutung sowie der Irritation angesichts unerwarteter Momente. So zum Beispiel in den Pausen und Brüchen, die wir einlegen, wenn das Publikum nicht weiß, wie es reagieren soll. Also ob es an der Zeit ist, zu applaudieren. Das sind magische Augenblicke, ich rate nur: mind the gap.“

amusio: „Mit eurem aktuellen Album habt Ihr auch für reichlich Überraschung und bisweilen auch Irritation gesorgt. Aber es scheint, als ob sich ein Song wie der Opener Feel It inzwischen zu einer Art neuen Erkennungsmarke gemausert hat…“

Dave Pen: „Ja, ich weiß, es war schon ziemlich frech, das Album mit einer Art Rockabilly-Song zu eröffnen. Aber er entspricht der Herangehensweise, derer wir uns bei Restrictions bemächtigt haben. Von daher ist dieser Albumtitel auch als ein ironischer Hinweis zu verstehen. Wir hatten diese Menge an neuen und fertigen Songs, die nicht länger darauf warten konnten, eingespielt und veröffentlicht zu werden. Nach dem extrem konzeptionell veranlagten Vorgänger Axiom, dessen filmische Entsprechung wir nachher unserem Live-Set voranstellen, war Restrictions in gewisser Weise ein Akt der Befreiung, wenngleich wir uns gar nicht als einer Befreiung bedürftig empfunden haben.“

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