Wer es beinahe zu Gold gebracht hätte, der erhält vielfach zumindest Silber. Wenn die Wahl-St. Paulianerin Nora Sänger ihr Album, mit dem sie eine langjährige Identitätssuche abschließt, Almost Golden (Stevja Records) betitelt, dann darf ihr wohl zur Silbermedaille gratuliert werden. Und davon ausgegangen werden, dass sie spätestens mit der nächsten Scheibe den nach wie vor vakanten Spitzenplatz unter den deutschen Country & Folkpop-Sängerinnen einnehmen wird.

Nora Sänger: "Almost Golden" (Stevja Records)
Nora Sänger: „Almost Golden“ (Stevja Records)

Vor allem wenn sie sich weiterhin auf starke Balladen wie If, auf souligen Schwoof (When I Come Home) und energisch vorgetragene Gefühlsboliden vom eingängigen Schlage wie Still My Heart konzentriert. Also auf das gesamte Kaleidoskop der Genre genehmen Ausdrucksformen, wie es Almost Golden bei aller Bescheidenheit durchexerziert.

Von Kindesbeinen an von dem Gedanken beseelt, ihr Leben der Musik zu widmen, hat die in den entsprechenden Fächern ausgebildete Nora Sänger endlich zu sich selbst gefunden. „Ich habe mich selbst lange Zeit nicht erkannt. Ich wollte unbedingt ein Pop-Produkt in Knallfarben sein, so ein Mix aus Katy Perry und Gwen Stefani. Ich habe recht lange gebraucht um einzusehen, dass ich das einfach nicht bin.“

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