Aus Malmö stammen Simon Minó, Erik Blondell, Felix Martensson und Martin Nilsson, die unter dem Tarnnamen Ra feinsten Post Punk mit wohliger Depressionsneigung unters Volk bringen. Ihr Debütablum Scandinavia (ab sofort via Adrian Recordings/Broken Silence) schlägt gleich zehnfach schulmeisterlich zu und schreckt dabei vor sporadischen Ausflügen in die Gefilde von Cold Wave und Noise nicht zurück. Hier stimmt nicht nur die Mischung…

Ra: "Scandinavia" (Adrian Recordings/Broken Silence)
Ra: „Scandinavia“ (Adrian Recordings/Broken Silence)

Nein, auch die zu Tode beschworene Haltung wird gewahrt: Resignation ist und bleibt die eleganteste Form des Aufruhrs. Mit allem abgefunden, lässt sich Musik erst recht als Gemütszustand zelebrieren. Zumal ja auch das kathartische Moment stets ein Wörtchen mitzureden hat.

Schön tief in den Wunden der Frühachtziger verwurzelt, ziehen Ra der Reihe nach mit nahezu sämtlichen Substilen vom Leder. Und doch braucht es eine Weile, bis sich die Spitzbuben in die Karten schauen lassen. Denn neben der Variabilität des Songmaterials verschleiert eine gehörige Portion geschmackvoll abgestimmten Gothrocks den klaren Blick auf die ungeregelten Verhältnisse.

So kommt es, dass Ra zwar ad hoc an schätzungsweise sechshundertsechsundsechzig andere Bands aus den letzten fünfunddreißig Jahren erinnern, doch will der eine Vergleich, der Scandinavia sofort am Schlafittchen packt, nicht gelingen. Belassen wir es für heute einfach so: Ra haben eine hervorragende Platte mit Musik vorgelegt, von der es ohnehin nie genug geben kann.

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