Manchmal mahlen die Mühlen etwas langsamer, im Fall von Guster benötigten sie gleich zwei Jahrzehnte, um die in der Heimat bestens etablierte US-Indiepop-Band auf eine Europa-Tour zu locken. Nach den Stationen Paris, Brüssel, Rotterdam, Hamburg und Berlin stand das Blue Shell in Köln zur freudigen Beschallung an. In den frech vor dem benachbarten Luxor geparkten Bandbus lud ein sich akuter Reizüberflutung erfreuender Ryan Miller – stellvertretend für seine später gemeinsam mit ihm auf der Clubbühne rundum überzeugenden Kollegen – zum Gespräch.

Ryan Miller freut sich auf weitere Schnitzel (Stephan Wolf)
Ryan Miller freut sich auf weitere Schnitzel (Stephan Wolf)

amusio: „Eine Band mit über zwanzig Jahren auf dem Buckel, die in der Heimat regelmäßig große Hallen füllt, nun erstmals auf Clubtour in Europa. Warum erst jetzt – und warum überhaupt?“

Ryan Miller: „Ja, ich glaube wir sind schon ziemlich einzigartig. Es gibt nicht allzu viele Bands, die erstens schon so lange bestehen und zweitens noch nie in Europa aufgetreten sind. Es gibt allerdings zahlreiche Gründe dafür, dass wir uns vor dieser Tour nicht haben dazu aufraffen können, mit Sack und Pack den Interkontinental-Flieger zu besteigen. Keinen bestimmten, alles entscheidenden Grund, aber jede Menge kleinerer Umstände.“

amusio: „Als da wären?“

Ryan Miller: „Das ist wirklich schwer zu sagen. Unsere Platten wurden in Europa zwar von der Presse vielfach positiv wahrgenommen, aber viel mehr auch nicht. Unser früheres Label hat auch nicht viel unternommen, um uns über die Veröffentlichungen hinaus bekannt zu machen. Dann hatten wir eine gute Weile auch ziemlich viel mit uns selbst zu tun, es standen Umbesetzungen und eine nahezu vierjährige Pause an, die wir mit dem Album Evermotion beendet haben. Aber gut, ich gebe es zu: Letztlich lag es vor allem an uns selbst. In den Staaten geht es uns einfach zu gut, da wollten wir uns nicht so einfach aus der Komfortzone locken lassen. Nicht zuletzt zahlen wir für unser Abenteuer Europa zunächst einmal tüchtig drauf…“

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