Metapop mit Hang zum Sinn

Substanz der Superstrings

Superstrings, das sind Carolin Hess und Marc-Sidney Müller aus der bayerischen Landeshauptstadt, die insbesondere als TV- und Filmscore-Autoren (Nocebo) einen ausgezeichneten Ruf genießen. Doch bereits Speechballon, ihr letztjähriges Debütalbum mit filmisch ungebundenen Material, deutete mehr als nachhaltig darauf hin, dass die beiden imstande sind, einen sehr eigenen Sound in griffige Songstrukturen zu betten, die Komplexität und Eingängigkeit miteinander verschmelzen lassen. Ihr Zweitwerk Sound Of Slow (Man High Music/Soulfood) setzt den eingeschlagenen Weg fort und säumt ihn erneut mit zahlreichen Überraschungen, die im Kontext vorurteilsfrei innovativer Popmusik ausnahmslos Sinn ergeben.

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Superstrings: "Sound Of Slow" (Man High Music/Soulfood)

Superstrings: „Sound Of Slow“ (Man High Music/Soulfood)

Angesichts der im Vergleich mit dem Vorgänger etwas riskanteren Fundierung von Sound Of Slow muten Superstrings ihren Hörern nun – zumindest phasenweise – noch mehr Aufgeschlossenheit zu. Dazu gehören neben einer gewichtigeren Grundstimmung verquere Rhythmen, verschlungene, sich nicht sofort erschließende Pfade beim Songwriting sowie unkonventionelle Klangfarben.

Wenn zum Beispiel das Hang erklingt (Hang), so ergibt dies eine sowohl naheliegende als auch berechtigte Nähe zu Manu Delago (und insbesondere zu dessen aktuellem Album Silver Kobalt). Anderseits drängt sich bei den balladesk-ruhigen Passagen, die das Album wie aus dem Hintergrund immer wieder durchziehen, auch der Vergleich mit den ähnlich gearteten Tracks von Archive (Restriction) auf. Doch schließlich macht die (Live-)Version von Kate Bushs Running Up That Hill deutlich, wie wenig Wert die Superstrings auf referenzielle Verortungen legen.

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