Xavier Rudd & The United Nations

Vereinnahmende Weltmusik

Als kosmopolitischer Sonnenschein und „World’s Sexiest Vegetarian Celebrity“ from Down Under steht Xavier Rudd für uneingeschränkte Völkerverständigung auf Basis von Roots und Good Vibes. Nachdem er mit sieben Soloalben sukzessive die Charts zahlreicher Länder hat knacken können, weitet er auf Nanna (Nettwerk/Soulfood, ab Freitag erhältlich) seinen musikalischen Einzugsbereich auf eine Begleitband aus, deren Mitwirkende australische, südafrikanische, samoanische, papua-neuguineanische und sogar deutsche Wurzeln einbringen: The United Nations.

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Xavier Rudd & The United Nations: "Nanna" (Nettwerk/Soulfood)

Xavier Rudd & The United Nations: „Nanna“ (Nettwerk/Soulfood)

Diese Fusion der Kulturen auf dem Papier führt zunächst auf eine falsche Fährte. Denn offenbar geht es Xavier Rudd kaum darum, ethnisch-endemische Ausdrucksformen aneinanderzureihen. Vielmehr betonen er und sein Ensemble die Gemeinsamkeiten, die in der durchgängig bestellten Schnittmenge erstaunlich karibisch, ja jamaikanisch klingen. Das mag sicher auch den gängigen Hörgewohnheiten des Mitteleuropäers geschuldet sein, doch bleibt festzuhalten, dass Nanna kaum Erkenntnisse über die Musikkultur von Samoa oder Papua-Neuguinea zulässt.

Auch die mit Xavier Rudd einst einhergehende Pflege von musikalischen Grundwerten der Aborigines (Didgeridoo & Co.) fügt sich dem Rundumschlag, bei dem das große Ganze zählt: Unwiderstehlich fulminant auftretende Sonnenstimmungsmacher im Big Band-Format, mehrstimmige Gesangseskapaden (Titeltrack) und eine vollmundige Produktion, die mit einer Detailverliebtheit aufwartet, die jedoch vom Songmaterial nicht durchgängig eingehalten wird. Es dominieren vornehmlich gewisse Standards, anstatt hier und da auch mal neue zu setzen, was angesichts des musikalischen Potenzials sicher im Bereich des Möglichen gelegen hätte.

Der westlich-balladeske Ausklang Bundagen birgt noch die größte Überraschung eines Albums, das hinsichtlich seiner erstaunlichen Geschlossenheit fast schon eine Spur zu einwandfrei ausgefallen ist. Live dürfte das vielköpfige Ensemble jedoch für zahlreiche Momente der genehmen Aus- und Abschweifung sorgen…

xavierrudd.com
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(xavierrudd.com)

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