Glampsychpop der Mini Mansions

Brian, Marc & Co.

Ein Album, dessen Produktionsdetails allein schon Seiten füllen könnten: The Great Pretenders (ab Freitag via Caroline/Universal) ist das Drittwerk der Mini Mansions um Ex-Queens Of The Stone Ager Micheal Shuman. Es entstand in Woody Jackson’s Vox Recording Studios, dem ältesten seiner Art, mit entsprechendem Equipment. Auf der Gästeliste steht neben Arctic Monkey Alex Turner kein Geringerer als Brian Wilson himself (Any Emotions). Und die Musik? Die verschiebt ihren zuvor beatle-eske Mini Psychedelia reizvoll Richtung Glam bis Angst Pop.

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Mini Mansions: "The Great Pretenders" (Caroline/Universal)

Mini Mansions: „The Great Pretenders“ (Caroline/Universal)

Elliott Smith, Big Star und das Electric Light Orchestra gehören gleichfalls zum Referenzkader der Mini Mansions, zu denen neben Michael Shuman Keyboarder Tyler Parkford (Mister Goodnite) und Zach Dawes (Kollaborateur von u. a. Kimbra, T Bone Burnett und eben Brian Wilson) gehören. Auf der Suche nach der eigenen musikalischen Sprache, die Identität über Querverweise stellt, sind sie auf The Great Pretenders in bestechender Manier fündig geworden.

Mit dem großartigen The End, Again klingt ein Album aus, das sich mit seiner luftig verschachtelten Formsprache von so ziemlich allem absetzt, was in den arrondierten Genres zum (leider allzu) guten Ton gehört. Mini Mansions haben sich die Freiheit genommen, dass vor rund vierzig Jahren die Charts zwangsläufig gestürmt hätte, ohne dabei auch nur ein Fitzelchen bemühter Retro-Vergeistigung an den Tag zu legen. So verblüfft der zeitlos anmutende Gesamteindruck, der einen glauben macht, es hätte Marc Bolan entweder nie gegeben oder nie im Mini Cooper erwischt.

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