Mit Chain Of Days (Okeh/Sony Music) legt die norwegische Musikerin Silje Nergaard bereits ihr 15. Album vor. Doch anstatt sich dabei ausschließlich auf die bewährten Merkmale ihrer unverkennbaren Stimme zu verlassen, bleibt sie sich selbst treu, indem sie das Spektrum ihrer Ausdrucksvielfalt erneut um zahlreiche Nuancen erweitert, die ihren Stellenwert als Ausnahmekünstlerin zwischen Jazz und Pop aufs Angenehmste untermauern. Während der Vorbereitungsphase zur großen Deutschland-Tournee nahm sie sich Zeit für einen entspannten Plausch zur Nachmittagszeit.

Silje Nergaard (Mathias Bothor)
Silje Nergaard (Mathias Bothor)

amusio: „Hallo Silje, wenn man Dein neues Album hört, fällt es nicht gerade leicht, anschließend sofort wieder in einen professionellen Modus zu wechseln. Kannst Du das nachvollziehen?“

Silje Nergaard: „Wenn Dir nun eher danach ist, Deinen Tagträumen nachzugehen, dann empfinde ich das als Kompliment und Bestätigung zugleich. Ein Freund hat mir gestern noch erzählt, dass er das Album beim Geschirrspülen genossen habe. Auch auch damit kann ich gut leben…“

amusio: „Das deckt sich mit Deinem erklärten Wunsch, Deine Lieder mögen am Leben Deiner Hörer teilhaben. Sollten sich die Hörer nicht eher an den von Dir intonierten Stimmungen orientieren?“

Silje Nergaard: „Nein, auch als Rezipientin habe ich Musik immer als ein Angebot verstanden, um sie zu einem Teil meines Lebens, zu einer Entsprechung meiner Emotionen werden zu lassen. Was sehr ernsthafte Gemüter vielleicht als Gebrauchswert abtun würden, trifft meiner Meinung nach den Sinn und Zweck der Musik. Man kann nur für sich musizieren, doch eigentlich will man es für andere tun. Und so veröffentliche ich meine Lieder in der Hoffnung, dass sie Aufnahme in individuelle Lebenswelten finden.“

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