Silje Nergaard: "Chain Of Days" (OKeh/Sony Music)
Silje Nergaard: „Chain Of Days“ (OKeh/Sony Music)

amusio: „Und Dein Ego als Künstlerin leidet nicht darunter, wenn Hörer Deine Lieder, die doch auch konzentrierte Aufmerksamkeit erfordern, ganz nach Bedarf einsetzen und vielleicht auch nur nebenher oder als Mittel zur Zerstreuung goutieren?“

Silje Nergaard: „Keineswegs. Aber ich denke, dass es mir gelingt, bewusst Stimmungen aufzurufen, die ihre Wirkung dann auch nicht verfehlen. Ich möchte aber niemanden vorschreiben, wann, wo und wie er sich Zeit für mich nehmen will.“

amusio: „Chain Of Days zeichnet einen durchgängigen Flow aus, der von Deinem Gesang äußerst nuanciert angeleitet wird. Hast Du Dich diesmal noch intensiver als zuvor mit den Feinheiten deines Vortrags auseinandergesetzt?“

Silje Nergaard: „Nicht unbedingt. Ich versuche immer meinem natürlichen Ausdruck gerecht zu werden. Dabei habe ich die Situation der Studioaufnahme stets als einen etwas unnatürlichen Zustand erfahren. Nicht, dass ich mich im Studio unwohl gefühlt hätte, aber die Aufgabe, meine Natürlichkeit wie auf Knopfdruck mit einer gewissen Perfektion verbinden zu müssen, habe ich als ein notwendiges Übel erachtet, mit dem ich mich durchaus gut arrangieren konnte. Doch diesmal hat ein kleiner Trick dazu geführt, dass ich befreiter agieren konnte als zuvor: Ich habe einfach auf die üblichen Kopfhörer verzichtet. Und prompt stellte sich bei mir das unvergleichliche Gefühl einer echten Live-Performance ein. Kleine Ursache, befreiende Wirkung.“

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