Zum Abschluss des (mal wieder viel zu knapp ausgefallenen) Metal-Exkurses noch ein (weiteres?) Kuriosum: Fünf Dreiviertelstarke aus Florida entdecken den Wikinger in sich und setzen folgerichtig auf einen überraschend gediegenen Mix aus Death und – Wunder was – Viking Metal. Noch ist nicht überliefert, ob oder wie die angerufenen Ahnen auf Lindisfarne (ab 3. April auf Danse Macabre/Alive) reagieren, doch zumindest auf neutralem Grund bringen die selbsternannten Seekrieger ihre Riff gewordenen Drachenschiffe von größeren Blessuren unbeschadet ins Ziel.

Sons Of Ragnar: "Lindisfarne" (Danse Macabre/Alive)
Sons Of Ragnar: „Lindisfarne“ (Danse Macabre/Alive)

Als da wären: Björn Ironsides, Halfdan Ragnarsson, Ubbe The Augmentor, Sigurd Snake In The Eye und Ivar The Boneless. Nein, der Autor hat keineswegs eine Extra-Runde Met genascht, so auch die sich so fantasievoll Zeihenden ausdrücklich dem Genuss des stilechten Getränks bei jeder sich bietenden Gelegenheit erliegen. Bis ins Studio dürfte der Honigwein indes nicht gelangt sein, sonst wäre der ein oder andere halsbrecherische Gitarrenlauf wohl nicht so locker gelungen. Aber, wer weiß…

Halbwegs nüchtern betrachtet dürfte Lindisfarne als Debütalbum vor allem seine Funktion als Visitenkarte und als Versprechen zukünftiger Großtaten erfüllen. Der Fünfer scheut sich nicht, ein gehöriges Maß an akzentuierten Breaks und originellen Songideen in die Reichsannalen zu wuchten. Tracks wie Ascent To Valhalla oder Sound Of The Setting Sun sowie das Paradebekenntnis Vikingr könnte sich glatt Wickie aus der Nase gerieben haben, so clever schädeln sind diese Argumente pro Klappenrock im Kopp in selbigen ein.

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