Ob lose ohne oder von ihm verwöhnt und geküsst: Erfolg geht einen jeden an. Das weiß auch Johannes von Weizsäcker (The Chap), doch anstatt sich dieser völlig enthemmten Relevanz- und Aufmerksamkeitsanmaßung zu ergeben, okkupiert er den Signifikaten von leichter Hand und – zack! – ist der Erfolg nicht mehr länger nur ganz und gar auf seiner Seite. Als Synoym des Synonymlosen versetzt er anhand von Erfolg (ab Freitag via Staatsakt/RTD) seine Selbstermächtigung ins Staunen, der beste Damentoast, pardon, der beste Damenchor aller Zeiten billigt die Bewunderung on top.

Erfolg ... und der beste Damenchor aller Zeiten (Staatsakt/RTD)
Erfolg … und der beste Damenchor aller Zeiten (Staatsakt/RTD)

Nach und nach werden jene Versprechen eingelöst, die der mit prophetischem Elan bestückte Haus-Sampler Keine Bewegung vor rund einem Jahr gab. So vergegenwärtige man sich nur noch kurz einmal Pisse, halte den Harndrang noch ein Weilchen zurück – und schon ist man bereit, für Erfolg.

Das Rezept: Beliebige, aber hinreichend abgetropfte Diskurs-Zutaten, die sich aber keinesfalls schlauer geben dürfen, als sie es zu sein vorgeben. Mehr braucht es nicht, um am Erfolg von Erfolg zu partizipieren.

Was ist der Sinn von Sein, unabhängig von der modisch gefälligen Inkarnation? Was für eine Impertinenz der Frage, wenn nicht gar ihrer baren Stellung! Sie muss vielmehr in aller angemessenen Bescheidenheit lauten: Was folgt auf Erfolg? Wo stoßen Klavier-, Brillen- und Fachmann fortan auf ihre Meriten an, wenn Zählbares ins Leere läuft? Und wo werden heutzutage noch Schultern geklopft, wo das Bauchpinseln doch so angesagt ist?

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