Was macht eine Norwegerin in Nashville? Im Falle der in ihrer Heimat Superstar-Status genießenden Marit Larsen folgendes: Sich aufs Songwriting konzentrieren, sich mit jungen und vor allem talentierten Musikern umgeben und mit einem erstmals eigenhändig produzierten Album zurückkehren, das den bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere markiert: When The Morning Comes (passenderweise ab morgen via RCA Deutschland/Sony Music erhältlich).

Marit Larsen: "When The Morning Comes" (RCA Deutschland/Sony Music)
Marit Larsen: „When The Morning Comes“ (RCA Deutschland/Sony Music)

Wer nun aufgrund naheliegender Nashville-Assoziationen vermutet, wenn nicht gar befürchtet, dass sich Marit Larsen ab sofort der Country-Musik verschrieben hätte, kann sich darauf verlassen, dass dem nicht so ist. Vielmehr hat die Singer/Songwriterin die räumliche Distanz zum alltäglichen Rummel um ihre Person in der plötzlich fernen Heimat genutzt, um eigene Grenzen zu überwinden und ihrem Verständnis von gleichsam unverbrauchter wie ausgereifter Liedkunst gerecht zu werden.

„Ich habe das Gefühl, dass ich etwas in Bewegung gesetzt habe, dass ich auf etwas gestoßen bin, auf das ich für lange Zeit aufbauen kann. Ein Gefühl von Freiheit, das einen kreativen Schub bewirkt hat. Ich habe mich bei noch keinem anderen Album so zuversichtlich gefühlt“, resümiert die Musikerin, der Musikliebhaber wird diese Einschätzung nur allzu gern bestätigen.

Denn so locker, leicht und bis ins kleinste Detail ausgewogen stimmig, hat man Marit Larsen bisher nur in ihren stärksten Momenten (von denen es durchaus schon reichlich gegeben hat) erleben können. Auf When The Morning Comes erscheint nichts wie am Reißbrett konzipiert oder sonst wie kalkuliert. Allein schon die Single-Auskopplung I Don’t Want To Talk About It unterstreicht das neu gewonnene Selbstbewusstsein, aus dem hervorgeht, dass Marit Larsen selbst am allerbesten weiß, was sie ausmacht und was sie braucht, um nicht allein ihre herausragende Stimme angemessen zu inszenieren.

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