Interview mit Downfall Of Gaia

„Es ist alles ein Prozess, mit viel Bauchgefühl“

Ende 2014 erhielt ein Album aus dem weiten Feld des Post-Metal in sämtlichen Fachgazetten Bestnoten, vielfach war dort sogar vom „Album des Jahres“ die Rede. Es handelt sich dabei um Aeon Unveils The Thrones Of Decay (Metal Blade/Sony Music) der aus Hamburg, Berlin und mittlerweile auch aus New York stammenden Formation Downfall Of Gaia. Anlässlich ihres Konzerts im Kölner MTC ergab sich bei einem lecker Kaffee aus der Kölschstange die Gelegenheit, zur Standortbestimmung und zum Blick aufs Stimmungsbarometer: ausgesprochen heiter.

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Dominik Goncalves Dos Reis & Anton Lisovoj (Stephan Wolf)

Dominik Goncalves Dos Reis & Anton Lisovoj (Stephan Wolf)

amusio: „Ihr kommt soeben aus Rotterdam, davor wart Ihr in Norwegen, in Dänemark sowie in fünf deutschen Städten unterwegs. Wie lautet Euer erstes Fazit zur Tour?“

Dominik Goncalves Dos Reis: „Das ist sicher die beste Europa-Tour, die wir bisher gespielt haben, das muss man einfach so sagen. Es ist zwar noch alles frisch und es geht ja auch noch weiter, aber zum jetzigen Zeitpunkt: alles super!“

Anton Lisovoj: „Unsere Erwartungen sind definitiv übertroffen worden. Das mag vor allem an unserem Co-Headliner-Package liegen, denn Der Weg Einer Freiheit und wir passen zusammen wie Arsch auf Eimer. Die Jungs sind einfach zauberhaft, so wie wir auch. Das Feedback von den Leuten war auch absolut positiv, es waren viele da, die wegen uns und der Musik gekommen sind. Und nicht etwa, weil sonst nichts los war. In Skandinavien war es zwar ein bisschen schwierig, denen sind wir vielleicht nicht „true“ genug, aber ansonsten sind wir rundum zufrieden, was sämtliche Facetten der Tour betrifft.“

Dominik Goncalves Dos Reis: „Apropos „true“. Wir bekommen nun spürbar mehr Zuspruch von ‚echten‘ Metallern. Das war früher nicht so, da galten wir im Metal-Spektrum als randständiges Minderheitenprogramm. Jetzt kommen auch die Kuttenträger, und ich meine das keinesfalls abwertend.“

amusio: „Wir könnten jetzt hingehen und hinter jedem bei Euch anklingenden Stil ein Häkchen machen. Wir könnten uns dem aber auch entziehen, indem wir generell Eurem Stil das schöne Präfix ‚Post‘ angedeihen lassen, wodurch sich jedoch eine andere Klientel angesprochen fühlen dürfte, als eben der typische Metal-Fan. Was haltet ihr davon, beziehungsweise wie verhaltet ihr Euch gegenüber diversifizierten Ansprüchen?“

Anton Lisovoj: „Tatsächlich treffen bei uns beide Fraktionen zusammen. Und das scheint auch gut zu funktionieren. Vielleicht sollten wir unser Merch-Angebot zukünftig noch stärker daran ausrichten und neben den Patches für die Kutten auch Jutesäcke anbieten (lacht).“

Dominik Goncalves Dos Reis: „OK, Corpsepaint-Träger haben wir im Publikum noch keine gesichtet. Für die haben wir definitiv zu viel Bass am Start, da überschreiten wir gewisse Toleranzgrenzen, aber das ist durchaus in unserem Sinne, wiewohl wir sicherlich niemanden ausgrenzen wollen. Wir freuen uns über jeden, der klatscht.“

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