Annähernd drei Jahre nach dem Debütalbum Lust Prey erhebt Finsterfürst Shadow erneut seine Stimme aus der Nähe der Everglades. Und nimmt sich heraus, es (zunächst) nur bei einer EP namens Intricacies (Danse Macabre/Alive) zu belassen. Darf der das? Wem es gelingt, die komprimierte Spielzeit mit einem geschickt verschachtelten Miniaturepos im Geiste von Christian Death, Dir En Grey und dazwischen liegende Konsorten auf Hochspannungslevel zu polen, der darf gerne noch viel mehr.

Shadow Reborn: "Intricacies" (Danse Macabre/Alive)
Shadow Reborn: „Intricacies“ (Danse Macabre/Alive)

Nach einem Intro, einem Intermezzo und drei komplex arrangierten Tracks platzt mit dem abschließenden The Purge der zuvor sorgsam geschürzte Knoten. Mit erzählerisch eingesetzten Gitarrenleads versehen, die es sogar mit denen Marke Maiden aufnehmen könnten (was sie aber sicher nicht werden müssen), beschließen Shadow Reborn ihr gut 20 minütiges Kleinod, das zu erleben nicht nur jede (nächtliche) Kaffeepause lohnt.

Es scheint ganz so, als ob es dem Vampirismus im schwülen Süden Floridas bestens ergeht, denn trotz der tragischen Grundtendenz kündet Intricacies von einem recht abwechslungsreichen und lustbetonten Treiben. Dass dabei der mansich-sanguinische Blick auch schon mal Beyond Darkness gerichtet wird, zeitigt im Ergebnis ein facettenreiches Singspiel, in dem Shadow souverän sämtliche Rollen übernimmt. „What lies outside the realms of truth, revolts the curious madness“ vermeldet das Booklet. Da ist was dran…

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dansemacabre.de

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