„14 Songs from the Unknown“ fassen Lord Huron auf ihrem zweiten Album Strange Trails (PIAS/Rough Trade) zusammen, doch allzu befremdlich geht es bei ihnen gar nicht zu. Und auf falsche Fährten führt die Band um Ben Schneider allenfalls denjenigen Teil der potenziellen Hörerschaft, der von dem satt intonierten Alternative Country mit kultiviertem Rockabilly- und mumfordeskem Folk-Einschlag auf das Treiben von Hinterwäldlern am nie erlöschenden Lagerfeuer schließt.

Lord Huron: "Strange Trails" (PIAS/Rough Trade)
Lord Huron: „Strange Trails“ (PIAS/Rough Trade)

De facto hat Ben Schneider seine Geschichten lediglich aus seinem Heimaturlaub in Michigan mitgebracht. Von L.A. aus agieren er und seine Kollegen mit einer leicht ironisierenden Distanz, die es vermag, den Fokus vom traditionellen hin zu einem zeitgemäßen Folk & Country-Verständnis zu lotsen. Ab und an klingt sogar eine dezente Nähe zu dem spirituell derangierten Varianten nach Art von Woven Hands an (The World Ender), deutlicher tritt jedoch der Geist eines Bruce Springsteen zutage (Meet Me In The Woods).

Lord Huron machen vieles richtig, so es darum geht, dass möglichst viele Hörer mit ihnen warm werden. Es schwingen ordentlich Western-Romantik sowie ein übersinnlich anmutender Touch mit, doch in jederzeit sauber geordneten Bahnen: dem Wahnsinn keine Chance.

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