Interview mit Paavo Lötjönen (Apocalyptica)

„Wir sind wir uns selbst gegenüber gnadenlos penibel“

Der dreifache Vater Paavo Lötjönen ist ausgesprochen stolz auf sein jüngstes Baby, das er gemeinsam mit seinen Kollegen von Apocalyptica aus der Taufe gehoben hat und nun erstmals als aufwändig gestaltetes Doppel-Vinyl in den Händen wiegt. Auch während des Gesprächs über den Zeugungsakt von Shadowmaker (Harmageddon Records/OMN Label Services/Rough Trade, ab 17. April) unterliegt der erstaunlich redselige Finne ein ums andere Mal der Versuchung, das Album aufzuklappen und die Gestaltung der Innenhüllen zu bewundern.

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Stolzer Vater: Paavo Lötjönen / Apocalyptica (Harmageddon Records)

Stolzer Vater: Paavo Lötjönen / Apocalyptica (Harmageddon Records)

amusio: „Hi Paavo, Du scheinst ja außerordentlich beglückt zu sein…“

Paavo Lötjönen: „Aber ja doch, schau Dir doch mal diese Gestaltung an! Ich habe die Vinyl-Edition gerade erst erhalten, ist sie nicht wunderbar? Wie bei einem Neugeborenen haben wir vorhin überprüft, ob auch alles dran ist. Es ist nun einmal unser Baby, und es nun endlich auch in dieser Form zur Welt gebracht zu haben, erfüllt mich und uns mit Freude und Stolz. Schau doch noch mal…“

amusio: „Ja, Euer Baby weckt in dieser Inkarnation ganz besondere Begehrlichkeiten. Und natürlich auch ein großes Medieninteresse. Darum ist ja auch heute wieder ein Promo-Tag angesetzt. Empfindest Du das als eine lästige Pflicht oder bereitet es Dir weiterhin Spaß, zum Beispiel auch über den Entstehungsprozess des Babys zu sprechen?“

Paavo Lötjönen: „Über Shadowmaker zu reden, setzt in mir einen Prozess des Reflektierens in Gang, den ich nicht missen möchte. Wir haben wie besessen an dem Album gearbeitet und waren seit seiner Fertigstellung nahezu die ganze Zeit als Band unterwegs, von Termin zu Termin. Bevor es nun mit der Tour zum Album in den USA losgeht, gönnen wir uns eine kurze Zeit des Durchatmens. Dass dazu auch Pressetermine gehören, kommt mir und uns durchaus entgegen, da sich manche Gedanken erst beim Sprechen verfertigen und sich erst in der Summe zu einer Selbsteinschätzung verfestigen, die es mir selbst ermöglicht, das Ergebnis unserer Arbeit abschließend beurteilen zu können. Ich habe keine vorgefertigte Ansammlung von Statements parat, sondern nehme jedes Interview als Gelegenheit wahr, mein eigenes Verhältnis zu Shadowmaker zu verifizieren.“

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