Schattenmacher bei Tageslicht: Apocalyptica (Harmageddon Records/OMN Label Services)
Schattenmacher bei Tageslicht: Apocalyptica (Harmageddon Records/OMN Label Services)

amusio: „Ich vermute, dass es auch für ihn eine besondere Herausforderung gewesen ist, ein Album zu produzieren, das auf einem für ihn ungewohntes Instrumentarium fußt…“

Paavo Lötjönen: „Ja, aber er hat schnell kapiert, wie drei Celli unserer Meinung nach zu klingen haben (lacht). Er ist halt nicht der Typ Produzent, der meint, Musikern erzählen zu müssen, wie etwas zu funktionieren hat. Wir haben Shadowmaker akribisch vorbereitet und wussten sehr genau, was wir wollten. Er hat sich auf uns eingelassen und mit einem Höchstmaß an Feingefühl immer genau an den richtigen Stellschrauben gedreht. Aber noch bevor für uns feststand, dass wir mit ihm arbeiten würden, hatten wir bereits Greg Fidelman als Engineer für Sound und Mix verpflichtet. Ihm ist es gelungen, sämtliche Nuancen – und von denen gibt es sehr sehr viele – genau so herauszuarbeiten, wie wir sie uns vorgestellt haben.“

amusio: „Ein Novum für Apocalyptica ist die Zusammenarbeit mit einem festen Sänger. Verbirgt sich hinter dieser Entscheidung auch eine gewisse Hinwendung zu den konventionellen Strukturen des Rocksongs?“

Paavo Lötjönen: „Das würde ich nur im Sinne der bereits angesprochenen Kompaktheit unterschreiben. Uns ging es in erster Linie darum, als komplette Band an Shadowmaker heranzugehen, ein Bandgefühl zu entwickeln.Wenn man, wie wir es zuvor gehalten haben, nur mit Gastsängern arbeitest, dann geht das zwangsläufig auf Kosten der Geschlossenheit, zumal ja jeder Gastsänger verständlicherweise ein Interesse daran hat, den Tracks seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Das war dann auch für uns immer eine besonders reizvolle Angelegenheit, aber diesmal wollten wir uns dem Gesang überhaupt nicht anpassen. Also benötigten wir einen variabel versierten Sänger, der selbstlos genug war, um seinen Part in unserem Sinne auszufüllen.“

amusio: „Und dann begann eine Suche, an deren Ende Franky Perez gefunden wurde. Einen Namen, den man zuvor nicht unbedingt auf eurer Wunschliste vermutet hätte…“

Paavo Lötjönen: „Er stand aber auf einer Liste von fünfzehn Sängern, denen wir es zur Aufgabe gemacht haben, I’m Not Jesus zu interpretieren, das ja bereits Corey Taylor für uns eingesungen hatte. Jetzt mag man einwenden, dass wir doch gleich ihn hätten bitten können, Shadowmaker mit uns zu machen. Aber ein Corey Taylor hätte das Album doch wohl oder übel zu sehr dominiert, da hätte sich der Fokus, vor allem seitens der äußeren Wahrnehmung, zu sehr verschoben.“

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