Non-Retro-Psychedelia-Pop: Stealing Sheep

Stehlen statt zählen

Gegenüber dem (auch schon nicht gerade reizarmen) Debüt Into The Diamond Sun in allen Punkten deutlich verbessert, erweisen sich Stealing Sheep auf ihrem neuen Album Not Real (Heavenly/[PIAS]/Rough Trade, ab Freitag) als Inhaberinnen gewitzter Deutungskompetenz bestens ausgestattet – für illustre Welterfahrungen zwischen schnödem Sein und purer Fantasie. Instant-Aufbesserung sämtlicher Launen inklusive.

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Stealing Sheep. "Not Real" (Heavenly/[PIAS]/Rough Trade)

Stealing Sheep. „Not Real“ (Heavenly/[PIAS]/Rough Trade)

Im eigenen Studio zu Liverpool erarbeiteten sich Rebecca Hawley, Emily Lansley und Lucy Mercer den fortan gültigen Ruf, sich mit ihren Liedern, ihrem Sound und ihrer harmlosen Entrücktheit von äußeren Anlässen unbeeindruckt Gehör verschaffen zu können. Kaum dreht Not Real seine ersten Runden, schon wird die Aufmerksamkeit von einer angenehm irritierenden Aura in Beschlag genommen, der man sich heiteren Geistes nur zu gern weiter hingeben möchte, selbst ohne dabei die Hoffnung zu hegen, den auratischen Elementen auf den Grund gehen zu können, um sie gemeinerweise zu entzaubern.

Es hat Hand, Fuß und atmet jede Menge (alkoholfreien) Melissengeist, was die drei Grazien da gezaubert haben. Äußerlich einst als Elfen angetreten, legen sie sich nun einen eher mondän glitzernden Anstrich an, der gar nicht notwendig gewesen wäre, um jene Modernität zu unterstreichen, die ihrem Seins- und Selbstverständnis entspricht.

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